Auf Minotaurus Spuren – Kreta 2013

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image2image10image14image17image18Der minoische Palast von Knossos

Wenn man sich im Internet über Kreta etwas informiert, kommt man schnell auf die Minoische Kultur, die bereits 3.000 vor Chr. in voller Blüte stand und daher wohl die älteste Kultur Europas darstellt. Wenn man dann weiterliest, erfährt man, dass die Türken, die Venezianer, die Römer, die Ottomanen und schließlich die Griechen diese Insel ihr Eigen nannten und auch entsprechend ihre Spuren hinterlassen haben, die noch heute zu besichtigen und zu bewundern sind, dann wird man richtig neugierig auf diese Insel im Mittelmeer.

Und wenn man sich dann in Deutschland im Januar bei Regen, Nebel und Temperaturen um die 6 bis 8° befindet, dann entscheidet man sich – wenn man kann – sehr schnell, ein „Gutmensch“ zu sein und etwas für Griechenland zu tun: hinfliegen!

Nun ist das im Januar gar nicht so einfach, denn es gibt keine Direktflüge und die anderen sind verhältnismäßig teuer und dauern und dauern. So auch bei mir.

Zur Einstimmung nachfolgend noch einiges über Kreta aus Wikipedia:

„Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. durchgängig besiedelt, die ältesten Spuren menschlicher Bewohner reichen jedoch mindestens 130.000 Jahre zurück, wie archäologische Funde an neun Stätten im Süden der Insel belegen.[24]

Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1450 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger; durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich gänzlich verdrängt.

In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortyn ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung. Die ab 67. v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste.

Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde zwischen 824 und 961 von der Eroberung Kretas durch muslimische Piraten unterbrochen, die das Emirat von Kreta gründeten. Die Insel fiel jedoch im 10. Jahrhundert an die Byzantiner zurück. Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 eroberten die Türken die Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die Besatzer wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, durch den im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten umfassenden Bevölkerungsaustausch mussten rund 50.000 Türken die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten in Kreta.“

Natürlich habe ich mich auch über das berühmte Labyrinth schlauer gemacht, aus dem man nur mit einem Wollknäuel wieder herauskommt, nachdem man den Halb-Stier-Halb-Mensch Minotaurus erschlagen hat und mit der schönen Ariadne nach Naxos entfleuchen möchte. (Dazu jetzt mehr aus Wikipedia):

Minos, ein Sohn des Zeus, der auf der vom Meer umgebenen Insel Kreta wohnte, bat seinen Onkel, den Meeresgott Poseidon, ihm zu Erlangung der Königswürde und Abschreckung anderer Thronanwärter ein Wunder zu gewähren. Er gelobte, was immer dem Meer entstiege, dem Gott zu opfern. Poseidon sandte ihm daraufhin einen prächtigen Stier, und Minos wurde König von Kreta. Der Stier gefiel ihm jedoch so gut, dass er ihn in seine Herde aufnahm und stattdessen ein minderwertigeres Tier opferte.

Poseidon ergrimmte und schlug Minos‘ Frau Pasiphaë mit dem Begehren, sich mit dem Stier zu vereinen. Sie ließ sich von Daidalos ein hölzernes Gestell bauen, das mit Kuhhaut verkleidet war. Darin verbarg sie sich und ließ sich so von dem Stier begatten. Als Frucht dieser Vereinigung gebar sie Asterios: ein menschenfressendes Ungeheuer, eben den Minotauros (Minosstier).[1]

Minos ließ für das Tierwesen, das er eigentlich töten wollte (zeugte dieses doch auch vom Fehltritt seiner Gemahlin), auf Bitten seiner Tochter Ariadne, die ihn am Leben lassen wollte, durch Daidalos ein Gefängnis in Form eines Labyrinthes erbauen. Der Stier selbst wurde von Herakles im Zuge seiner „achten Arbeit“[2] gebändigt und auf die Peloponnes gebracht. Dort richtete das wilde Tier großen Schaden an. Androgeos, einer von Minos‘ Söhnen, wollte seine Geschicklichkeit im Kampf gegen den Stier erproben, fiel diesem aber zum Opfer. Als Minos die Nachricht erhielt, brach er zu einem Rachefeldzug gegen Athen auf; denn man erzählte sich, König Aigeus von Attika habe Androgeos zu dem Tier geschickt. Mit Hilfe seines Vaters Zeus konnte der Kreterkönig die Athener besiegen und erlegte ihnen einen grausamen Tribut auf: Alle neun Jahre mussten sie sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen nach Kreta senden, wo sie in das Labyrinth des Minotauros geschickt und so diesem geopfert wurden.

 Darstellung des Todes des Minotaurus auf einer etruskischen Vase

Schließlich löste Theseus – Sohn des Aigeus und später sein Nachfolger als Herrscher – das Problem, indem er sich selbst mit der dritten Tributfahrt auf den Weg machte, um das Ungeheuer zu töten. Minos‘ Tochter verliebte sich in den Helden und half ihm mit ihrem bekannten Ariadnefaden. Nach einer anderen Erzählung soll sie ihm zudem sonderbare Pillen aus Pech und Haaren gegeben haben, die in den Rachen des Minotauros zu werfen waren. Es heißt auch, sie habe selbst den Helden begleitet, um ihm mit ihrem Kranz in der Dunkelheit zu leuchten; der Schmuck – vielleicht ein Geschenk ihres Verehrers Dionysos – wurde später unter die Sternbilder gesetzt. Theseus besiegte den Minotauros und fand dank des Fadens wieder aus dem Labyrinth heraus. Mit Ariadne, den Jünglingen und Jungfrauen machte er sich bei Nacht auf die Heimreise; zuvor schlug er noch die Böden der kretischen Schiffe ein.[3]

Zur Strafe ließ Minos den Architekten Daidalos samt seinem Sohn Ikaros in das Labyrinth sperren. Manche sagten nämlich, es sei Daidalos‘ Hinweis gewesen, den Faden vom Eingang her abzurollen. Die beiden Gefangenen entkamen später mit Hilfe selbstgebauter Schwingen.“

Ich könnte immer weiter recherchieren, denn die griechische Mythologie ist schon faszinierend. Da kommt – zu mindestens bei mir – Ehrfurcht auf. So habe ich dann auch im Internet weitergesucht und dies unter Spiegel online „Wissenschaft“ gefunden:

Hamburg – Es begann wie ein Indiana-Jones-Film. In der Bodleian Library in Oxford fand Nicholas Howarth eine Karte aus dem Jahr 1688, auf ihr abgebildet war die Insel Kreta. Howarth, dessen Spezialgebiet historische Geografie ist, wollte der Frage nachgehen, welche geografischen Besonderheiten ein Labyrinth ausmachen. Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als die Insel, auf der sich der Palast des legendären König Minos befand? In dessen Labyrinth wurde der sagenhafte Minotaurus angeblich gefangen gehalten. Die griechische Mythologie beschreibt ihn als schreckliche Kreatur – zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Stier.“ Thomas M. Waldmann

„Alter Hinweis: Howarth entdeckte eine kleine runde Skizze, die als „Laberinto“ beschrieben war. Doch sie lag nicht beim Palast in Knossos, sondern rund 30 Kilometer südwestlich davon in den Bergen, nahe der Stadt Gortyn. Howarth wurde neugierig, ging der Sache nach – und wurde fündig: Unter einem Steinbruch aus römischer Zeit liegt ein weitläufiges Gewirr von Tunneln und Höhlen. Bis ins 19. Jahrhundert galt es – wie auch ein weiteres Höhlensystem bei Skotino – unter einigen Forschern tatsächlich als möglicher Ort des Labyrinths des Minotaurus. „Die Einheimischen nennen die Höhlen immer noch ‚Labyrinthos'“, sagt Howarth im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.“

Soweit zu den Recherchen im Internet.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Um 5:00 Uhr früh sollte mein Handy klingeln, doch es tat es nicht. Zum Glück war ich vorher schon aufgewacht und auch aufgestanden, so dass ich keine Probleme hatte, kurz nach 6:00 Uhr vor dem Haus zu stehen, denn um 6:10 Uhr sollte mein Taxi kommen. Und da kam es auch schon: mein Taxi von Bogalski, das mich nach Neumünster zum Flughafenbus von „Kilius“ zu bringen sollte, der dann direkt zum Terminal nach Hamburg fährt. Da kam ich dann schon gegen 8:00 Uhr an und hatte über 2 Stunden Zeit, denn der Flieger ging erst kurz nach 10:00 Uhr. Zuerst nach Düsseldorf und dann 20 nach 12 weiter nach Thessaloniki.

Hier hatte ich ein kleines Malheur, denn ich musste hier erneut durch die Sicherheitskontrolle. Da ich meinen Fotoapparat am Gürtel festgemacht hatte, nahm ich ihn ab und steckte ihn in meinen Rucksack (mein einziges Handgepäck, in dem ich auch meine Reisedokumente und mein Netbook verstaut hatte). Hinzu kam noch, dass sich Hunderte Menschen in der Schlange stauten und ich nicht berücksichtigt hatte, dass die Zeit in Griechenland schon eine Stunde früher als in Deutschland ist. Ich stellte meine Uhr also vor und siehe da, es wurde eng mit dem Anschlussflug. Doch schließlich klappte das auch und ich kam rechtzeitig ins Flugzeug. Doch als ich im Rucksack meine Kamera suchte, fand ich sie nicht mehr! Keine Ahnung, wo sie abgeblieben war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich sie neben den Rucksackt gesteckt hatte oder sie etwa rausgefallen ist, denn dann wäre sie ja runtergefallen und das hätte ich merken müssen. Doch wie dem auch sei: sie war weg und ich konnte den schönen Sonnenuntergang nicht fotografieren, durch den wir von Thessaloniki nach Kreta flogen.

Am Flughafen in Heraklion hatte ich, nachdem ich mein Gepäck in Empfang genommen hatte, keine Probleme, meinen Mietwagen zu bekommen und es dauerte auch nicht lange, bis ich mein Hotel „Lato Boutique Hotel“ erreichte, das direkt auf Hafen liegt, ich mich somit am Hinweisschild „Port“ orientieren konnte.

Auch das Einchecken erfolgte nett und freundlich und ein Mitarbeiter kümmerte sich sofort um mein Auto, dass ich einfach vor dem Hotel abgestellt hatte. Alles paletti, wie man so schön sagt, außer meinem Fotoapparat natürlich.

Ich bin dann vor dem Essen noch durch die Stadt geschlendert und habe mich über das rege Leben und über die unendlich vielen Läden mit Klamotten und Schuhen gewundert.

Gegessen habe ich dann ganz lecker im Restaurant „Brillant“ des Hotels, doch habe ich die Speisekarte mitnehmen müssen – was mir erlaubt wurde – so dass ich jetzt ungefähr übersetzen kann, was ich gegessen habe.

Als Vorspeise hatte ich eine knusprige Rolle mit griechischem Schafskäse gefüllt an Basilikum-Tomatensauce. War ganz lecker, doch hat mich nicht vom Stuhl gehauen (obgleich das niemand gemerkt hätte, denn ich war der einzige Gast im Restaurant). Als Hauptgericht hatte ich dann Lammhäppchen in einem Weinblatt gewickelt, dazu gab es griechischen „Bulgur“, das ist gespaltener Hartweizen in einer Tomatensauce. Das Lamm (mit Käse überzogen) war ganz ordentlich, doch es schmeckte wenig nach Lamm, während das oder der Bulgur sehr gut schmeckte. Dazu trank ich einen leckeren kretischen Rotwein mit dem Namen „The last Supper“! (Hoffentlich nicht…)

Freitag, der 11. Januar 2013

Geschlafen habe ich bis halb 10 Uhr, doch da es bis 10:15 Uhr Frühstück gibt, war das kein Problem. Mein erster Blick ging natürlich aus dem Fenster und da sah ich das, was ich mir gewünscht und vorgestellt hatte: Blauer Himmel über blaues Meer und ein Blick auf den Hafen mit der alten venezianischen Festung “Koules“!

image4 Der Blick aus meinem Hotelfenster, so wie ich es mir gewünscht hatte

Nach dem Frühstück habe ich mir zunächst die Festung „Koules“ am Hafen angesehen. Sie wurde im 16. Jahrhundert von den Venezianern unter der Bezeichnung „Rocco a Mare“ errichtet. Der Name wurde jedoch später von den Türken in „Koules“ umbenannt und so ist es bis heute geblieben.

In der Stadt habe ich mir die verschiedenen orthodoxen Kirchen angesehen und auch das Rathaus, die „Loggia“. Hier trafen sich früher die venezianischen Adligen, die eine sehr wichtige Rolle im Leben der Stadt spielten. Da das Erdgeschoss von einer großen Säulenhalle beherrscht wird, dachte ich zunächst – ich hatte es ja schon am Abend gesehen – hier würde morgens ein Markt stattfinden, doch dem ist nicht so.

Heraklion ist eine sehr lebendige, ja quirlige Stadt voller Cafés und Bistros, die alle sehr gut besetzt waren. Doch sah ich auch einige Frauen (und sogar einen Mann) – jeweils mit Kleinkind – an der Straße sitzen, die bettelten. Da fragte ich mich immer, ob das hier auf Kreta schon immer so war oder jetzt durch die Finanzkrise in Griechenland so geworden ist, so dass ich nie wusste, was ich tun soll: Ignorieren oder Spenden? Ich habe sie ignoriert. Bin ich jetzt ein unbarmherziger Ignorant?

Nachdem ich nachmittags versucht hatte, einen neuen Fotoapparat zu kaufen, da ich meinen ja irgendwo im Flughafen von Thessaloniki verloren hatte, schlenderte ich wieder durch die Stadt. Doch die meisten Geschäfte und alle Fotoläden machten gerade Siesta – oder wie das auf Griechisch heißen mag – so dass ich mir die Stadt weiter ansah. Auf die große Stadtmauer oder besser den riesigen Stadtwall ging, weitere Kirchen und vor allem die große Agias Minas Kirche, die ich phantastisch finde, doch auch die kleinen, wie z. B. die St. Andreas Kirche oder die St. Markus Kirche, haben mich sehr beeindruckt; dabei insbesondere die vielen Ikonen, die von den Gläubigen alle geküsst wurden (ob das wohl besonders hygienisch ist, habe ich mich immer wieder gefragt?). Dann bin ich ans Ufer zum Naturhistorischen Museum gegangen, doch das war schon zu. Unten am Wasser fand ich einige sehr interessante Steine, die ich aufgesammelt habe und mitnehmen werde. Auf dem Rückweg kam ich noch am Historischen Museum vorbei, bei dem man sehr schöne Ausgrabungen sehen kann, ohne ins Museum gehen zu müssen.

Gegen 18:00 Uhr bin ich dann erneut in die Stadt, nachdem ich mich vorher etwas auf meinem Bettchen ausgeruht und auch dieses Tagebuch weitergeschrieben hatte, um mir nun endlich einen neuen Fotoapparat zu kaufen. Das gelang dann auch und sie war incl. einer 4 GB Speicherkarte mit 81 € auch gar nicht so teuer. Jetzt lade ich die Batterie erst einmal auf, denn sie war so gut wie leer, so dass ich nur wenige Fotos machen konnte.

Heute Abend möchte ich in ein gutes Fischrestaurant gehen und die Rezeptionistin hat mir das „Istoplaitas“ direkt am Hafen empfohlen. Bis dahin wird wohl auch die Batterie aufgeladen sein, so dass ich auch Fotos von meinem Essen machen kann. Doch dieses Lokal habe ich trotz langem Suchen nicht gefunden. Erst am nächsten Tag habe ich es entdeckt und musste feststellen, dass es nur tagsüber geöffnet hat und abends geschlossen ist. Daher also meine vergebliche Suche, denn dunkle Restaurants sind nicht immer leicht als solche auszumachen! Ich bin daher ins nahe dem Hotel gelegenen „Veneto“ gegangen, wo ich ein leckeres Doradefilet mit Pommes gegessen und dazu eine Flasche Chardonnay getrunken habe.

Samstag, der 12. 1. 2013

Der Wetterbericht sagt für heute voraus, dass mit Regen zu rechnen ist. Doch wenn ich auf meinem Desktop sehe, dass es -3° und Schneefall in Rendsburg sind und wir hier gerade 15° und Sonnenschein haben; dann kann man doch ganz zufrieden sein, oder?

Heute möchte ich mir Knossos ansehen. Daher noch schnell bei Wikipedia nachschauen:

„Knossos war schon während des akeramischen Neolithikums besiedelt. Älteste Siedlungsspuren der bis zu acht Meter mächtigen Siedlungsschichten stammen aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. Einwanderer, vielleicht aus Kleinasien, kamen im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. nach Kreta. Am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. entwickelten sich kleinere Königreiche auf der Insel, wie man aus den größeren Palastanlagen in Phaistos, Malia, Knossos und Kato Zakros schließt. Der Palast von Knossos wurde zwischen 2100 und 1800 v. Chr. am Ort der neolithischen Besiedlung errichtet. Knossos war besonders groß, reich und prächtig.

image1 Verfallene Teile des Tempels

Wie fast alle Paläste Kretas wurde Knossos zwischen 1750 und 1700 v. Chr. durch ein schweres Erdbeben zerstört. Um 1650 v. Chr. folgen kleinere Zerstörungen durch ein erneutes Erdbeben.

Der gewaltige Vulkanausbruch der sogenannten Minoischen Eruption auf der Kykladeninsel Santorin, der nach dem neuesten Forschungsstand (2006) vermutlich im Jahre 1628 v. Chr. stattfand, markiert in Knossos den Beginn der sogenannten jüngeren Palastzeit (archäologisch bisher datiert auf etwa 1630 bis 1400 v. Chr.). Auf den Fundamenten der alten Paläste wurden neue, noch aufwendigere errichtet. Knossos erfuhr seine größte Blüte und entwickelte sich zum führenden kretischen Stadtstaat und vermutlich zum religiösen und politischen Zentrum der Insel. Knossos verfügte damals wahrscheinlich über die größte und kampfstärkste Flotte, deren Schiffe zu den phönizischen, ägyptischen und peloponnesischen Häfen ausliefen und die Kykladen, Athen sowie den Nahen Osten ansteuerten. Knossos hatte zwei Seehäfen, einen bei Amnissos, den anderen in Iraklio.

Der traditionellen Datierung der Santorin-Katastrophe um etwa 1450 v. Chr. entsprechen in Knossos keine Zerstörungen, was die neue Datierung auf etwa 1628 v. Chr. bestätigt. Um 1400 v. Chr. überstand die Stadt ein schweres Erdbeben dank der vertikal und horizontal in die Mauern eingebauten Zedernhölzer nahezu unbeschädigt. Der Palast wurde bis 1370 v. Chr. genutzt.

Eine Invasion der Achäer zu Beginn des 14. Jahrhunderts v. Chr. führte nach Ansicht mancher Archäologen – möglicherweise in Verbindung mit einem Aufstand der bereits auf der Insel ansässigen Achäer – zum vollständigen Untergang der minoischen Kultur. Vermutlich hatte die Macht der Minoer durch die Zerstörung der Flotte und aller nordkretischen Häfen, zu der die Zuwanderung mykenischer Achäer geführt hatte, zu diesem Zeitpunkt bereits stärker gelitten. Sie zerstörten in Knossos alles, was das Erdbeben und die Flutwelle von etwa 1400 v. Chr. heil gelassen hatten. Ein Feuer, das mehrere Tage gewütet haben muss und bei dem Holz und Öl dem Brand zusätzliche Nahrung gaben, zerstörte um 1370 v. Chr. die obersten Etagen und viele der aus Kalkstein und Gipsstein (häufig als Alabaster bezeichnet, zum Teil sehr grobkristallin) hergestellten Wände des Palastes. Danach wurde der Palast aufgegeben.

Erst in der griechischen Zeit wurde Knossos wiederbesiedelt. 343 v. Chr. entsandte Sparta seine Soldaten gegen das mit Makedonien verbündete Knossos. Zwanzig Jahre später geriet Kreta unter ptolemäische Herrschaft. 220 v. Chr. löste Gortyn Knossos in der Rolle der kretischen Hauptstadt ab. Als die Römer 189 v. Chr. auf Kreta eintrafen, wurde Knossos noch einmal ab 150 v. Chr. Kretas Hauptstadt. 67 v. Chr. machten die Römer Gortys zur Hauptstadt der neuen Provinz Creta et Cyrene, zu der neben Kreta auch die libysche Mittelmeerküste gehörte. Seit 36 v. Chr. wurde es römische Kolonie unter dem Namen Colonia Iulia Nobilis. Die griechische und römische Stadt lag in unmittelbarer Nähe des Palastes, doch ist sie nur zum kleinen Teil ausgegraben worden.“

Eine wechselvolle Geschichte also, die wiederum zeigt, dass alle Macht und jeder Reichtum vergänglich ist, da beides Neid hervorbringt, der dann wieder Ursache von Krieg ist und Eroberung durch andere hervorruft. Dennoch erstaunlich, dass die Besiedlung schon im 3. Jahrtausend vor Chr. begonnen haben soll, und im 2. Jahrtausend vor Chr. von hier aus die damals bekannte Welt bereist wurde. Wir haben gerade das 3. Jahrtausend nach Christus angefangen. Eine 5 – 6.000 Jahre alte Geschichte somit!

Die Straßen nach Knossos waren ganz gut ausgeschildert, doch in Knossos bin ich erst am Eingang zum Palast vorbeigefahren und habe dann im nächsten Dorf gewendet, um zu den Palastruinen zu gelangen. Da war wenig los. Als über 65-Jähriger kostete es mich nur 3 € Eintritt, was ich natürlich toll fand. Doch dann wurde ich von einer netten Frau vor dem Eingang gefragt, ob ich eine private Führung haben wollte. Als ich sie fragte, was das denn kosten würde, bekam ich zu hören, dass eine private Führung 60 € kostet. Das war mir die Sache nicht wert und so bot sie dann eine Gruppenführung an, wenn noch weitere Personen kommen würden (doch es kam nur noch ein Pärchen, das offenbar auch keine Führung wollte). Sie versuchte noch herauszubekommen, wie viel ich denn zu zahlen bereit wäre, doch auf diese Feilscherei wollte ich mich gar nicht erst einlassen und bekam natürlich wieder ein schlechtes Gewissen, denn vielleicht wäre das wiederum ihre Einnahme für den Tag gewesen.

Die Dame am Eingang wollte Geld von mir (doch vielleicht hieß sie ja Ariadne und wollte nur, dass ich heil und gesund wieder aus dem Labyrinth zurück kommen würde, damit sie mit mir dann auf die Insel Naxos entfliehen konnte…)

Dieser Pfau image6 image7 und dieser herrliche Strauch begrüßten mich kostenlos.

image8  image9 image10 Da liegen Sie nun vor mir, die von Sir Evans ausgegrabenen Ruinen. Man kann schon nachvollziehen, dass dieser riesige Gebäudekomplex für einen, der sich nicht auskannte, als Labyrinth bezeichnet werden konnte.

image2 Herrlich bemalte Krüge image11 und schön restaurierte Wandmalereien, die mich sehr beeindruckt haben.

image14 image15 
image12 image16 So wanderte ich denn durch die Ruinen des Palastes von König Minos. Ich brauchte auch kein Wollknäul, das mir eine schöne Frau hätte geben müssen, denn als 71er sah ich ja auch nicht gerade wie Theseus aus und ein Schwert hatte ich auch nicht dabei, um Minotaurus zu köpfen. Wenn ich dort Museumsdirektor wäre, hätte ich bestimmt ein Schild aufstellen lassen mit folgendem Inhalt: „Bitte verhalten Sie sich geziemend uns machen nicht alles wieder kaputt!“ (Scherzkeks!)

image13 image17Faszinierend fand ich einige schön restaurierte Räume und Säulen, image18sowie die wunderbaren Fresken, so dass man einen guten Eindruck gewinnen kann, wie die Anlage einmal ausgesehen haben mag.

Die imposanten Tonkrüge, die Pithoi, image19 image20 die teilweise mannshoch und reich verziert sind. Von solchen prächtigen und mächtigen Pithois findet man später noch weitere.

  image26 Es ist schon eine imposante Ruinenlandschaft, image24die mich irgendwie an die Ruinenstadt von Hadrian in Tivoli östlich von Rom erinnerte, die ich mal vor vielen Jahren (2005) besucht hatte. Nachzulesen unter

Entlang der Ostküste Italiens 2011.

image27 Die Erläuterungen waren alle auf Griechisch und Englisch, so dass ich vieles – aber nicht alles – verstanden habe, was da erläutert wurde, denn so gut bin ich in diesen speziellen Fachausdrücken in Englisch nun auch wieder nicht.

Das ist mir allerdings auch nicht so ganz wichtig, denn ich hatte im Marco Polo Führer gelesen, dass der englische Ausgräber Sir Arthur Evans wirklich geglaubt hatte, was er da ausgrub und es so bezeichnete, wie er es vermutete, als er ab 1900 n. Chr. mit der Ausgrabung begann und 40 Jahre gebraucht hat. Er hatte vieles mit den Räumlichkeiten des Buckingham Palastes verglichen. Es gibt nämlich keinerlei schriftliche Aufzeichnungen über den Palast aus Minoischer oder späterer Zeit. Somit kann sich nahezu jeder selbst seine Vision vom Labyrinth des Minos machen und sich ausmalen, wo der Minotaurus wohl gehaust und die Jungfrauen und Jünglinge „vernascht“ hat, die man ihm alle 9 Jahre bringen musste –  in manchen Quellen ist von jährlich die Rede – bis Theseus kam und ihm mit seinem Schwert den Garaus machte.

Es liegen überall Alabastersteine herum, die beim Bau des Palastes verwendet wurden. image28 image29  Ist das Alabaster oder eher Gipsstein?

Da habe ich mich doch erst einmal wieder bei Wikipedia schlau machen müssen:

„Alabaster ist eine sehr häufig vorkommende, mikrokristalline Varietät des Minerals Gips. Chemisch gesehen handelt es sich beim Alabaster um ein Calciumsulfat. Es hat optisch gewisse Ähnlichkeit mit Marmor, ist aber im Gegensatz zu diesem ein schlechter Wärmeleiter. Alabaster fühlt sich deshalb warm an. Ein weiterer Unterschied ist seine geringere Wetterfestigkeit, weswegen der Stein in der Bildhauerei ausschließlich für indoor-Objekte, also nicht für Kunstwerke im öffentlichen Raum genutzt werden kann. Seine Farbe kann je nach Fundort weiß, hellgelb, rötlich, braun oder grau sein.

Als Ägyptischer Alabaster wird eine Varietät des Calcit mit ähnlichem Aussehen wie die Gipsspat-Varietät genannt. Diese ist allerdings im Gegensatz zum Gips-Alabaster wasserunlöslich und härter. Es handelt sich dabei um Kalksinter (Onyxmarmor). Die Bezeichnung „Ägyptischer Alabaster“ für den verarbeiteten Kalksinter aus dem Wadi Sannur und dem Bosra-Wadi hält sich in der Archäologie hartnäckig.“

Schon sensationell, was Sir Arthur Evans da in 40 Jahren ausgegraben und wiederentdeckt hat!

image36Und da sind auch noch einige dieser wundervollen Pithois mit ihren vielen image34Henkeln und schönen Verzierungen. Sind sie nicht wunderschön! image35

Und nun noch einige Bilder von dieser herrlichen Ausgrabungsstätte: image31 image32 Sicherlich hätte mir die Dame, die mir eine Führung anbot, noch viel mehr über den Palast von Knossos erzählen können, doch ob ich das alles behalten und hier dann aufschreiben hätte können, wage ich zu bezweifeln.

So fuhr ich denn weiter gen Süden und machte im nächsten Dorf halt, da ich dort schon – als ich zu weit gefahren war und umkehren musste –image37 eine sehr interessante Brücke gesehen hatte, die wie ein Aquädukt aussah.

Nicht weit davon entfernt steht eine kleine Kapelle, wie man sie viele auf Kreta finden kann, die ich mir auch angesehen habe. (Aber kein Bild mehr davon habe, sorry!)

Auf der Landkarte im Marco Polo Guide sind sehr viele Klöster und Ruinen südlich von Knossos aufgeführt, doch ich fuhr und fuhr und nirgends fand ich irgendein Hinweisschild, so dass ich bis zum image103 Kloster Epanosifi fuhr, etwa 30 km südlich von Iraklion (Heraklion). Es machte auf mich einen sehr gepflegten Eindruck und ich habe das Innere der Klosterkirche sehr bewundert.  Wie in allen Kirchen, die ich bisher besucht hatte, waren auch hier gewaltige Kronleuchter zu bestaunen, die entweder aus Silber oder vergoldet waren. Nicht zu vergessen natürlich die zahlreichen Ikonen, vielfach in Silber geschmiedet und nur das Gesicht gemalt. Faszinierend anzusehen, doch Fotografieren verboten! image104 Bewundert habe ich auch den schönen Garten. image105

Ich wollte mir noch mehr Klöster ansehen und fuhr durch winzige image106 Dörfer und über Straßen, die gar nicht auf meiner Karte zu finden waren, was auch dazu führte, dass ich mal auf einem Feldweg landete und sicherheitshalber wieder umkehrt bin, bevor ich mich festfahre, wie auf meiner letzten Italien-Tour. (http://diekmann-reisen.de/html/italien2011.html)

Ich fand keine Klöster mehr und auch keine Hinweisschilder, so dass ich zurück nach Iraklion gefahren bin.  Zur linken Seite sah ich die schneebedeckten Berge, die bis über 1.700 m hoch sind und die ich schon bei der Anreise bewundert hatte: Mittelmeerinsel und schnellbedeckte Gipfel! Das hatte ich noch nicht gesehen und auch nicht erwartet.

In Heraklion wollte ich mir dann noch das Historische Museum ansehen, doch das ist derzeit geschlossen, so dass ich weiter zum Naturhistorischen Museum ging, das am Samstag länger geöffnet ist. Hier konnte ich mir ansehen, bzw. anfühlen, wie man durchschüttelt wird, wenn man ein Erdbeben erlebt (hatte ich schon in ähnlicher Art einmal im „Universum“ in Bremen kennengelernt), doch diesmal war es viel wirkungsvoller.

Ich habe mir dann noch einen Teil des Films über Dinosaurier angesehen, doch da ich kein Dino-Fan bin, habe ich nach ca. 15 Minuten den Raum verlassen. Ich habe mir zwar noch einige lebende Echsen, Schlangen, Kröten und Schildkröten angeschaut, die da so vor sich hinvegetieren (deaswegen bin ich gegen Zoos und ähnliches, weil alle Tiere ihrer natürlichen Freiheit beraubt sind und im „Knast“ leben müssen, obwohl sie nichts verbrochen haben. Auch ausgestopfte Tiere und Vögel waren zu sehen, doch insgesamt fand ich das Museum nicht sonderlich interessant. Ich bin halt kein Museumsfreak.

Heute Abend werde ich nun doch noch in das mir gestern empfohlene Restaurant gehen, das ich nachmittags gefunden habe, bevor ich den Museumsbesuch gemacht habe. Es war gestern schlicht und einfach geschlossen und somit dunkel gewesen! So, und da gehe ich jetzt hin, obgleich es erst 18:30 Uhr ist und somit für kretische Verhältnisse noch viel, viel zu früh zum Abendessen ist. Doch ich bin ja nur ein doofer deutscher Touri!

Ja, denkste! Das Restaurant hat nur tagsüber auf und serviert nur Mittagessen! Na gut, dann werde ich dort wohl Morgen hingehen. Doch wohin jetzt? Nun, vielleicht das kleine Restaurant neben der kleinen Kirche nicht weit von hier. Ein Satz mit x: Das war denn wohl nix! Ich liebe Shrimps. Doch diese waren nicht nur zu alt oder was sie sind, wenn sie weich sind und nicht aus der Schale zu bekommen sind. Das Beste war das Salatdressing unter den Shrimps. Der „Kellner“ war eine Zumutung: Er stand nur so herum in blickte in die Gegend ohne zu sehen, dass ich seit mindestens einer viertel Stunde alle Teller leer gegessen hatte. Dann hatte er auch noch den Wein nicht berechnet. Eigentlich hätte ich ihn ja damit reinfallen lassen müssen, doch da ich „Gutmensch“ sein will, habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht, dass der Wein auf der Rechnung fehlt. Dafür habe ich jetzt keinen Beleg mehr für den Abend und kann auch nicht mehr verraten, wohin man nicht gehen sollte! Doch gegenüber liegt die kleine Kirche in der Marineli Straße. Vielleicht hilft das. Es sieht von außen sehr einladend aus, doch steckt nur Dilettantismus dahinter. Schade!

Jetzt bin ich wieder im Hotel und schreibe dies, doch sollte ich mir jetzt erst einmal die Hände waschen, denn die Shrimps musste ich mit den Händen auspulen und damit sind sie natürlich ziemlich fettig (obgleich ich drei Servietten genutzt habe, um sie einigermaßen sauber zu bekommen, denn eine Fingerbowle gab es natürlich nicht).

Zum Glück hatte ich mir heute Abend eine Flasche Rotwein im Supermarkt gekauft, die werde ich jetzt wohl köpfen. Prost oder besser: Jamas! Doch auch diesen Wein, ein Cabernet von 2006 finde ich nicht so toll. Muss wohl nicht mein Abend sein!

Sonntag, der 13. Januar 2013

Das ist sehr ärgerlich: Da habe ich einen sehr schönen Tag erlebt, wunderbares Wetter gehabt (ich habe sogar einen Neidanruf zu Mirja gemacht), tolle Landschaften und sehr interessante Kulturdenkmäler besichtigt und dann am Abend habe ich (keine Ahnung wieso) nicht alle Bilder auf meinen PC übertragen und die auf der Speicherplatte im Fotoapparat gelöscht. Ich könnte mich sonst wo hinbeissen, denn alle Fotos von heute und sehr viele von gestern sind unwiederbringlich futsch! Da muss ich diesen Tag wohl wiederholen, oder?

Kultureller Höhepunkt des Tages war sicherlich das Kloster Arkadi, das kretische Nationalheiligtum. So wird seine Geschichte in Wikipedia beschrieben:

„Nach der Überlieferung wurde das Kloster Arkadi vom Byzantinischen Kaiser Arcadius im 5. Jahrhundert erbaut. Wissenschaftler gehen jedoch eher von der Gründung durch einen gleichnamigen Mönch aus. Der Name des Klosters ist durch eine Inschrift mindestens für das 14. Jahrhundert belegt. Die zweischiffige, Renaissance-Elemente aufweisende Basilika wurde 1587 zur Zeit der venezianischen Herrschaft über Kreta errichtet und ist der Wiederaufbau einer früheren Kirche. Bis in das 17. Jahrhundert erlebte das Kloster seine geistige und kulturelle Blütezeit.

Nach der 1669 abgeschlossenen Eroberung Kretas durch das Osmanische Reich wurde das Kloster geplündert. Die Mönche erreichten jedoch nach ihrer Unterwerfung die Erlaubnis, nach Arkadi zurückzukehren und das Recht, die Glocke zu schlagen. Das Kloster wurde erneuert und die zerstörte Einfriedung wieder aufgebaut. Im Jahr 1760 lebten auf Kreta 200.000 Muslime und 60.000 Christen.

image38 Büste des Gabriel Marinakis  image39 Das Pulvermagazin

Nachdem 1830 einem Teil des heutigen Staatsgebietes Griechenlands die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich zugesprochen worden war, verstärkte sich auf Kreta der Widerstand gegen die als Besatzung empfundene Osmanische Herrschaft. 1866 wurde im Kloster Arkadi ein Revolutionskomitee gebildet. Zum Vorsitzenden des für die Region Rethymno zuständigen Komitees wurde der aus dem nahen Margarites stammende Abt von Arkadi, Gabriel Marinakis (* ca. 1826), gewählt. In Arkadi wurde im September 1866 auch der vom griechischen Festland entsandte General Panos Koronaios (* 1809) zum militärischen Kommandanten des Aufstandes in der Region Rethymno eingesetzt. Koronaios beurteilte das Kloster als nicht zu verteidigen, konnte sich mit dieser Auffassung jedoch gegen die Mehrheit des Revolutionskomitees nicht durchsetzen. Der General verließ daraufhin mit seinen Männern das Kloster, ließ jedoch einen Leutnant als militärischen Anführer zurück.

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1866 griff ein osmanisches Heer mit 15.000 Mann das Kloster an, in dem sich 964 Menschen, darunter 325 kampftaugliche Männer, aufhielten. Nach zwei Tagen des aussichtslosen Widerstandes entschieden die Belagerten, dem Gegner nicht lebend in die Hände fallen zu wollen. Als sich der Kampf am 9. November in den Innenhof des Klosters verlagert hatte, zogen sich die meisten der noch Lebenden, einschließlich der Frauen und Kinder, in das Pulvermagazin zurück, das von einem der Kämpfer gesprengt wurde. Bei der heftigen Explosion kamen bis auf ein überlebendes Mädchen alle darin befindlichen Personen und Dutzende eindringende türkische Soldaten ums Leben. 114 Verteidiger gerieten in Gefangenschaft. Angeblich starben bei der Belagerung des Klosters Arkadi 1500 Angreifer. Der Abt starb vermutlich in der Endphase des Kampfes. Die oft auch in Form von Illustrationen umgesetzte Überlieferung, er habe selbst das Pulvermagazin entzündet, ist wahrscheinlich unzutreffend.

Die Umstände des Falls des Klosters erregten international Aufsehen. Unter anderem versicherten Victor Hugo und Giuseppe Garibaldi den Kretern ihrer Solidarität. Im Jahr 1866 standen in Europa jedoch andere Ereignisse auf der Tagesordnung. Erst 1897 wurde Kreta de facto unabhängig, 1913 erfolgte die Vereinigung mit Griechenland.“

Hier noch einige Fotos, die ich einen Tag später machen konnte:

image40Das Kloster Arkadi in seiner beeindruckenden Schönheit

image41 image42 Hier lebten wohl einst die Mönche und Nonnen (Nonnen scheint es heute noch zu geben – oder sind es nur alte Frauen – die ganz genau aufpassen, dass man ja keine Fotos in der Kirche macht!)

image43 image44 Die längst abgestorbene Zypresse, in der immer noch eine Kugel aus der Schlacht um das Kloster im Jahr 1866 steckt (siehe Pfeil)

image46 image45 In diesem Pulvermagazin haben sich mehrere Hundert der Eingeschlossenen selbst in die Luft gesprengt, um nicht in die Hände der Osmanen (Türken) zu fallen. Daher ist es wohl auch heute das Nationalheiligtum der Kreter.

image47 Sehr schöne Anlage (auch im Winter) image48 image49Die Rosen blühen – wie nicht nur hier – auf Kreta offenbar das ganze Jahr.

image51 Und über allem wacht der höchste Berg Kretas, der Psilorithis (rechts Mitte), auf den der Göttervater Zeus geboren worden sein soll.

Ein natürlicher Höhepunkt war im wahrsten Sinne des Wortes der höchste Berg Kretas, der Psiloritis, der 2456 m über dem Meer aufsteigt und sich in erhabenem Schneeweiß präsentierte. Näheres auch hier aus Wikipedia:

Das Psiloritis-Massiv oder Idagebirge (griechisch Ίδη, Idi, f. sg.) ist eines der drei über 2.000 Meter hohen Gebirgsmassive der griechischen Mittelmeerinsel Kreta. Es liegt in Zentralkreta, südwestlich der Hauptstadt Iraklio.

Der höchste Gipfel des Massivs ist mit 2456 Metern der Psiloritis (gr. Ψηλορείτης (m. sg.), dt. etwa ‚Hoher Berg‘), nach der Gipfelkapelle auch Timios Stavros (Τίμιος Σταυρός, ‚Ehrwürdiges Kreuz‘) genannt. Er ist umgeben von vier weiteren Berggipfeln mit über 2200 Metern Höhe: dem Agathias (ο Αγκαθιάς) mit 2424 Metern, der Stolistra (η Στολίστρα) mit 2325 Metern, der Voulomenou (η Βουλομένου) mit 2267 Metern und dem Koussakas (ο Κούσσακας) mit 2209 Metern. Der antike Name des Gebirges Ida wird heute teilweise wieder verwendet. Er erschloss sich aus dem Namen der Nida-Hochebene, der den in antiken Schriften erwähnten Namen des Gebirges bewahrt hatte.[1]

Sehr interessant finde ich allerdings die Geschichte, dass der Göttervater Zeus hier oben geboren und versteckt worden ist, um nicht von seinem Vater Kronos verschlungen zu werden, wie man sie bei Wikipedia nachlesen kann:

„Nach Hesiod verschlingt Kronos alle seine Kinder gleich nach der Geburt, da er fürchtete, diese könnten ihn entmachten, so wie er selbst seinen Vater Uranos entmachtet hatte. Als Zeus geboren werden sollte, beschließt Rhea auf den Rat von Gaia und Uranos hin, ihn im Verborgenen auf die Welt zu bringen. Sie geht dazu in eine Höhle bei Lyktos auf Kreta, woraufhin der neugeborene Zeus von Gaia versteckt wird. Kronos gibt sie anstatt Zeus einen in eine Windel gewickelten Stein, den er verschlingt.[1] Nach anderen Überlieferungen liegt der Geburtsort des Zeus in einer Höhle des Berges Dikti oder des Ida, wo er von den Nymphen Adrasteia und Ide aufgezogen, von der Ziege Amaltheia versorgt und von den Kureten beschützt wird.[

Wunderbar fand ich auch die riesigen Zitronen, die ich gesehen hatte. Solche großen habe ich noch nie gesehen! Davon habe ich am nächsten Tag Fotos gemacht und die sehen so aus:

image50 image52 Zitronen, gross wie Pampelmusen – vielleicht heißen sie ja auch Zitromusen oder Pampelzitros – normale Zitronen sehen nämlich wie folgt aus: image54 image55

Sehr witzig fand ich die Schneemänner auf manchen Autos, die ich beim Zurückfahren nach Heraklion mehrfach auf den Frontscheiben mancher Autos sah (Foto ist leider auch gelöscht!)

Abends habe ich mir das Restaurant Paraskevas gegönnt (nicht weit vom Historischen Museum gelegen), das als sehr gut im Marco Polo Guide empfohlen wird.

image56 Von außen sah das „Paraskevas“ ja noch ganz gut aus,  image57 doch das sollten Lammkoteletts sein!

Mit kleiner Vorspeise (gegrillte Zucchini) und einem 1/2 Liter Rotwein hat alles nur 18,50 € gekostet. Doch entweder muss der Marco Polo Autor Marc Bötig vor langer Zeit dort gewesen sein, oder es hat ein Betreiberwechsel stattgefunden. Ich war jedenfalls sehr enttäuscht!

Das Einzige, was lecker aussah, war die Wirtin oder war es die Bedienung (wer weiß das schon so genau)? Sie war – nach meiner Schätzung – Mitte 30 und kräftig gebaut. Nicht etwa fett und mollig, sondern stark und muskulös. Wenn ich mal an die minoische Zeit zurückdenke, könnte sie wie Pasiphaë – die Frau des Königs Minos – sein, die einen Stier brauchte, um Minotaurus zu zeugen. Ja, sowas kommt da einem kleinen alten Germanen so in den Sinn, wenn er von so einer kräftigen und gut geformten Frau bedient wird. (Doch damit wurden die Lammkotteletts auch nicht besser!)

Montag, der 14. Januar 2013

Jetzt geht’s also noch einmal zum Kloster Arkadi. Und das habe ich denn auch gemacht und sogar noch viel mehr besucht und erneut Fotos gemacht (die ich in den Text vom Vortag eingebaut habe).

Wie schon auf der gestrigen Reise war ich von den schneebedeckten Berg Psiloritis begeistert, den man schon von Heraklion sehen konnte:

Schon von Weitem grüßt der Psiloritis image58

Doch nicht nur der Fernblick zu den Gipfeln tat gut, auch die Landschaft, durch die ich fuhr, war sehr faszinierend: image59 Täler und Berge voller Olivenbäume (Kreta soll die meisten Olivenbäume der Welt haben.              image60 Die schöne Basilika in Axo

Winter auf Kreta – bzw. Reste davon – image61 Dahinten strahlt der Psiloritis (der Sitz des Göttervaters Zeus) in seiner ganzen Schönheit! Da war ich sicherlich über 1.000 m hoch und konnte einen phantastischen Blick über die Insel bis ans Meer genießen. image66 image65 Auf halber Höhe im Bild links ist eine moderne Zisterne zu sehen (Wasserauffangbecken)

In dem Örtchen Margarites mit den vielen Töpfereien waren sowohl gestern (Sonntag) als auch heute alle Geschäfte geschlossen, es ist also noch absolute Nichtsaison. Sonst hätte ich mir vielleicht einen kleinen irdenen Krug für Olivenöl gekauft.

So habe ich nur dies als Erinnerung im Bild festgehalten: image67image68 An Orts- und anderen Schildern üben die Kreter ihre Schießkünste aus (auch eine Art Schießstände…)

 

image69 In dieser schönen Landschaft liegt der historische –  besser gesagt: antike – Ort Eleutherna. Die Bank und der Tisch laden ein zur Rast.

Im historischen Ort Eléftherna (Auch: Eleutherna) habe ich auch heute einen Stopp eingelegt, um mir die über 5.000 Jahre alten Ruinen und die Zisternen anzusehen.

image70 Auf einem sehr schmalen Bergrücken – ca. 10 bis 15 m breit – liegt die antike Stadt. image71 Ob das mal ein Brunnen oder eine Tränke war?

image72 image73 Zwar gut beschrieben, doch die Erläuterungen zu den Nummern vermisst man.

 image74Der antike Burgturm bzw. was nach über 5.000 Jahren davon noch übrig ist.

image75 In einen solchen Stein hat man die Zisternen hineingeschlagen. image76

image77 Und dieses Meer von Gänseblümchen (sie sind viel grösser als in Deutschland),

sowie diese mir nicht bekannten Pflanzen image78 wuchsen auch dort.

Genaueres über Eleftherna habe ich auf der Webseite der Stadt Réthimno gefunden: image79

Die Ausgrabungen in Eleftherna begannen 1985, also vor 16 Jahren, als die archäologische und historische Fakultät der Universität Kretas beschloss, die antike Stadt, die aus literarischen Quellen bekannt war, ans Licht zu bringen. Im Jahr 1929 hatte dort die britische archäologische Schule unter der Leitung von H. Payne eine kleinere Untersuchung vorgenommen.

Die Funde wurden in der Gegend der heutigen Siedlungen Eleftherna und Archaia Eleftherna gemacht, die sich am nördlichen Fuß des Psiloritis 24 und 29 km von Rethymno entfernt befinden. Die wichtigsten Funde wurden an drei Stellen eines Hügels gemacht, der zwischen zwei zusammenlaufenden Sturzbächen eingebettet ist: Am Ortspunkt Orthi Petra, im Westteil des Hügels (Ausgrabungssektor III), am Ortspunkt Pyrgi im Zentrum des Hügels (Ausgrabungssektor II) und am Ortspunkt Katsivelos im Ostteil des Hügels Ausgrabungssektor I). Ebenfalls von großer Bedeutung sind die Funde, die in der Gegend Nisi, in der Nähe des heutigen Dorfes Eleftherna gemacht wurden, bei denen es sich vorwiegend um Überreste einer Siedlung aus der hellenistischen Zeit handelt.

Die Ausgrabungsmannschaft unter der Leitung des Archäologen, Professor N. Stambolidis, hat am Ortspunkt Orthi Petra eine Totenstadt aus der geometrischen und archaischen Epoche freigelegt, und außerdem hellenistische und römische Gebäude sowie Straßen, die auf den früher vorhandenen Anlagen erbaut wurden. Am Ortspunkt Pyrgi, auf dem Gipfel des Hügels, wo sich der zentrale Kern der Stadt befindet, hat der Archäologe, Professor Ath. Kalpaxis, Gebäudeteile aus der römischen und frühchristlichen Zeit gefunden.

Im Ostteil des Hügels, im Bereich des heutigen Dorfes „Archaia Eleftherna“ hat der Archäologe, Professor P. Themelis, einen Teil der Siedlung in all seinen historischen Phasen, von der vorgeschichtlichen bis zur frühchristlichen, ausgegraben. Unter anderem wurden an dieser Stelle hellenistische Mauern, römische Gebäude und Bäder, sowie eine dreischiffige frühchristliche Basilika mit Narthex und einem herrlichen Mosaik, das geometrische und pflanzliche Motive darstellt, gefunden.“

Am Abend habe ich dann erneut im Hotel Lato gegessen.

Die Vorspeise: image80 Champignons mit geräuchertem Schinken und Gewürzen.

Mein Hauptgericht: image81 Kalbsfilet mit warmen Kartoffelsalat. War mir alles viel zu viel, so dass ich nur die Hälfte gegessen habe. Dafür habe ich dann aber eine ganze Flasche Rotwein zum Runterspülen gebraucht.

Dienstag, der 15. Januar 2013

So sieht es heute Morgen um kurz nach 8 Uhr aus: image82 Verspricht das nicht ein herrlicher Tag zu werden? Also: Duschen, Frühstücken und dann los!

Erst wusste ich nicht ganz genau, wohin ich fahren wollte, doch dann – nachdem ich getankt hatte, entschloss ich mich über die Autobahn nach Chania zu fahren, denn es sind immerhin ca. 140 km. Die Autobahn – mal 4- und mal 2-spurig – führt fast immer am Meer entlang und je näher man an Chania herankam, umso glänzender strahlten die Berge in ihrem Schneeweiß.

image83 image84 Blauer Himmel, blaues Meer und dazwischen die schneebedeckten Berge, da verschwindet die dazwischenliegende Landschaft beinahe.

Chania selbst ist zunächst wie alle Städte: ein reines Verkehrs-Chaos (und das im Januar, wie wird es da erst im Sommer sein?) und man muss schon ziemlich aufpassen, um nicht gerammt zu werden oder jemanden zu rammen. Im Reiseführer hatte ich gelesen, dass man am besten westlich des alten Hafens Parkmöglichkeiten findet und so war es denn auch.

Nur wenige Schritte bis zum Hafen und man ist im Herz von Chania. image85

image86 Die meisten Kneipen und Cafés waren noch geschlossen, doch in einigen war richtig was los.

Noch ist es ruhig im Hafen und nicht alle Cafés waren voll. Es ist halt erst Januar und die Touristen sind noch zählbar.

image87 Von der alten Festung hat man einen schönen Blick über die Stadt mit seinen Kirchen und Gebäuden, wobei ich auch hier nur einige sehenswerte entdecken konnte und nicht die vielen, wie sie im Marco Polo erwähnt werden.

Das war endlich mal kein 4-eckiger Betonblock. image88

image89Die Kirche wurde gerade von Innen kräftig renoviert. Daher habe ich auch keine Fotos machen können.

Da über den Bergen dicke Wolken aufzogen, beschloss ich, keinen Umweg über die Südküste zu machen (wäre wohl auch zu weit gewesen), sondern zurück nach Heraklion zu fahren, so dass ich gegen halb 4 Uhr wieder im Hotel war, um mir noch einmal die schönen Kirchen und alten Gebäude anzusehen und zu fotografieren, da mir die Fotos von gestern und vorgestern ja alle abhanden gekommen waren (durch meine Schusseligkeit. Muss ich ja zugeben!) Das gibt es ja nun wirklich nicht: Ich habe erneut alle Fotos rüber kopiert, doch nur zwei sind auch angekommen. Jetzt bin ich der festen Überzeugung, dass es nicht an mir liegt sondern am bösen Geist von Minotaurus!

Alle anderen Fotos bei tollem Sonnenschein von Kirchen und sonstigen Gebäude sind erneut verschwunden. Ich glaube, das steckt Minotaurus dahinter oder wer auch immer! Und daher gehe ich jetzt ins Bett. Gute Nacht Ihr Lieben!

Mittwoch, der 16. Januar 2013

So begann der heutige Morgen, bewölkt und wohl auch mit ein paar Regentropfen über dem Meer, und daher der Regenbogen.  Nun, es kann ja nicht jeden Tag Supersonnenschein sein.

Heute wollte ich endlich mal an die Südküste, denn übermorgen fliege ich ja schon wieder heim. Daheim sind es gerade -8 ° und hier +18 °! Da hat man eigentlich keine rechte Lust, die Insel zu verlassen. Auch wenn es heute ziemlich windig ist und wohl nicht ganz trocken bleiben wird, doch wenn der Wind von Süden kommt, könnte man auch schöne Wellen an der Südküste erleben.

Ich fuhr wieder die Strecke über Knossos, doch da mir vom Palast die meisten Bilder erhalten geblieben sind und nur wenige verschwunden waren, fuhr ich gleich weiter zum nächsten Ort, um dort wieder das Aquädukt zu fotografieren:image37

Weiter ging´s zum Kloster Epanosifi, das ich schon beim ersten Besuch sehr gepflegt fand. Diesmal war das Wetter allerdings nicht so freundlich zu mir und auch die Mönche nicht, denn sie hatten die Kirche verschlossen, wohl damit ich keine Innenaufnahmen machen könnte.

image102 Das Christusbild am Eingang zu Kloster image103 und als ich in der Klosteranlage war, kamen ein paar Sonnenstrahlen durch.

image104 image105 Sind das nicht zwei herrliche Bilder, die uns die Natur schenkt. Was das links für ein Strauch ist, weiß ich nicht, doch rechts sind Zitronen. (Ich bin halt nur ein Mann mit Halbwissen!)

Im Nachbarort Metaxohori findet man diese reizende Windmühle image106

Da ich auf Nebenstraßen fuhr, hatte ich manchmal das Gefühl, mich verfahren zu haben, denn auf der Karte führte die Straße nach Westen, doch meine ging immer nur nach Norden. Im nächsten Ort bog sie dann endlich nach Westen und dann auch wieder nach Süden ab. Ich war also so zu sagen auf der richtigen Fährte. Das merkte ich so richtig, als ich die Schilder von Gortis sah und Halt machte, denn diese historische Stätte ist nach Knossos eine der wichtigsten auf Kreta (wie ich gelesen hatte) und daher wollte ich sie sehen:

image107 Die Reste der Titus-Basilika von Gortis aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. Der hl. Titus war der erste Bischof von Kreta.

Da musste ich mich doch etwas ausführlicher bei Wikipedia informieren:

„Die unterschiedlichen Gründungsmythen verweisen alle auf den legendären König Minos. Tatsächlich reichen Spuren erster Besiedlung bis zum Neolithikum; eine minoische Siedlung befand sich im südwestlichen Bereich der Fläche. In der von Homer überlieferten Ilias wird Gortyn im Zweiten Gesang, Zeile 646, erwähnt (deutsche Übersetzung von Johann Heinrich Voß):[2]

Κρητῶν δ’ Ἰδομενεὺς δουρὶ κλυτὸς ἡγεμόνευεν,
οἳ Κνωσόν τ’ εἶχον Γόρτυνά τε τειχιόεσσαν,
Λύκτον Μίλητόν τε καὶ ἀργινόεντα Λύκαστον
Φαιστόν τε Ῥύτιόν τε, πόλεις εὖ ναιετοώσας,
ἄλλοι θ’ οἳ Κρήτην ἑκατόμπολιν ἀμφενέμοντο.
τῶν μὲν ἄρ’ Ἰδομενεὺς δουρὶ κλυτὸς ἡγεμόνευε
Μηριόνης τ’ ἀτάλαντος Ἐνυαλίῳ ἀνδρειφόντῃ·
τοῖσι δ’ ἅμ’ ὀγδώκοντα μέλαιναι νῆες ἕποντο.
    Kretas Volke gebot Idomeneus, kundig der Lanze:
Alle, die Gnossos bewohnt, und die festummauerte Gortyn,
Lyktos auch, und Miletos, und rings die weiße Lykastos,
Phästos und Rhythios auch, die volkdurchwimmelten Städte,
Auch die sonst noch Kreta in hundert Städten bewohnet:
Diesen herrschte voran Idomeneus, kundig der Lanze,
Auch Meriones, gleich dem männermordenden Ares.
Ihnen folgt’ ein Geschwader von achtzig dunkelen Schiffen.

Zur Zeit der Dorischen Einwanderung wurde Gortyn vor Phaistos die wichtigste Stadt der Messara – eine ummauerte Akropolis stammt aus dieser Phase. Seit dem 8. Jahrhundert dehnte sich die Stadt auf die Gebiete in der Ebene vor dem Hügel der Akropolis aus. In der archaischen Zeit befand sich der Stadtkern bereits dort mit einer Agora (Marktplatz) und einem Tempel des Apollon Pythios. Während der Blütezeit der Stadtstaaten in Klassik und Hellenismus gehörte Gortys mit Knossos, Eleutherna, Kydonia und Lyktos zu den wichtigsten und mit 40.000 bis 80.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Städten der Insel.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. dominierte die Stadt das südliche Zentralkreta uneingeschränkt. 189 v. Chr. fand Hannibal hier Asyl. Als sich Gortyn im Konflikt mit Rom auf dessen Seite gegen Knossos engagierte, wurde es nach der römischen Besetzung der Insel (69 v. Chr.)[3] ab 67 v. Chr. zur Hauptstadt der römischen Provinz Creta, später der zusammengefassten Provinz Creta et Cyrene,[4] wofür beispielsweise das Prätorium, Amtssitz und Wohnhaus des prokonsularischen Statthalters, errichtet wurde.

Die Stadt war früh ein Zentrum der Christianisierung: 59 n. Chr. predigte hier der Apostel Paulus. 250 n. Chr. sollen in der Nähe die sogenannten Zehn Heiligen Bischöfe den Märtyrertod gefunden haben. Der Name der Stadt Agii Deka geht auf dieses Ereignis zurück. In einer mittelalterlichen Quelle wurde Gortyn bereits für das 2. Jahrhundert neben Knossos als Bischofssitz bezeichnet, erster Bischof soll der heilige Titus, ein Schüler des Apostels Paulus, gewesen sein.

Nach der Teilung des Römischen Reiches im Jahre 395 wurde Gortyn Byzanz zugeschlagen und fristete in der Folgezeit eher ein Schattendasein. Es wurde ein Freibeuternest, denn von Kreta aus ließ es sich mehr oder weniger unbehelligt operieren. Gortyn verfügte über mehrere frühbyzantinische Kirchen und blieb nach der Eroberung durch die aus Spanien geflohenen Araber unter Abu Hafs Omar (824 oder 828) von seinen Bewohnern verlassen noch eine Weile als einziger Bischofssitz Kretas in kirchlicher Hinsicht bedeutend. Erst 961 konnte der byzantinische Feldherr Nikephoros Phokas die Pirateninsel und damit Gortyn zurückerobern. Auf den ehemaligen Bischofssitz geht das heutige Titularerzbistum Gortyna zurück.

Seit 1884 wurde die antike Stadt von italienischen Archäologen ausgegraben.“

Sehr interessant fand aich auch diesen Hinweis über das Labyrinth des Minotauros (War es gar nicht in Knossos, sondern hier?):

„Die große Labyrinth-Höhle (griechisch Σπήλαιο Λαβύρινθος Spíleo Lavýrinthos, „Labyrinth-Höhle“; auch ο λαβύρινθος, „das Labyrinth“) nahe der Südküste der griechischen Insel Kreta ist ein weitgehend künstlich angelegtes Höhlensystem, das möglicherweise in der Antike als Steinbruch diente. Viele Kreter bringen die verzweigten Gänge der Höhle mit dem mythischen „Labyrinth des Minotauros“ in Verbindung.[2] Dem widerspricht der Aufbau der Höhlenstruktur im Vergleich zum mythologischen Labyrinth; „Labyrinth“ scheint eher ein auf die Höhle übertragener Name zu sein.[3]“

Plan des Höhlensystems von Franz Sieber (1821). Die Labyrinthmuster stammen von antiken Münzen, nicht aus der Höhle.Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ea/Sieber_Labyrinth.jpg/320px-Sieber_Labyrinth.jpg

Die in Stein gemeißelte Gesetzestexte aus der Zeit um 500 vor Christus! image109 Das sind die Gesetze im Halbrund verewigt.

 image108 image110 Hier etwas detaillierter. Auf 42 Steinblöcken sind in ca. 17.000 Buchstaben nur 12 von 20 Gesetzestafeln des Zivil- und Strafrechts der dorischen Stadt Gortis aufgeschrieben. Das ist unvorstellbar! Hierzu noch Näheres aus Wikipedia:

Gesetzescodex (die Große Inschrift von Gortyn): Eine umfangreiche, in einem dorischen Dialekt abwechselnd von links nach rechts und rechts nach links geschriebene, Inschrift aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., die sich an der Nordwand des Odeions befindet, gilt als ältester Gesetzescodex Europas. Erstaunlich liberal enthält er alle für das Gemeinleben wichtige Bestimmungen, wie z. B. ein Ehe– und Familienrecht.“

image111Und das ist das Odeon, das Freilufttheater, der Bau im Hintergrund beherbergt die Gesetzestafeln.image112 So sieht ein Teil der insgesamt über 2.000 qm großen historischen Stätte in Gortis aus.

Nach dem Ausflug in die Historie wende ich mich jetzt wieder heutigen Dingen zu:

image113 Zarte Blumen fand ich auch,

image114  image115 doch insbesondere diese mächtigen und uralten Olivenbäume hatten es mir angetan. Dieser Olivenbauum muss etwas ganz Besonderes sein, wobei ich aber nicht kapiert habe, warum. Mitbekommen habe ich nur, dass der Olivenbaum eine besondere Bedeutung in der gesamten Kultur und somitb auch im Mythos der kretischen Geschichte spielt. Nach meiner Ansicht auch in gesamten Mittelmeerraum und auch im nahen Osten, denn in der Geschichte Jesu spielt der Ölzweig kurz vor seiner Kreuzigung eine wichtige Rolle.

Im Internet fand ich bei Planet-Wissen.de folgendes:

„Seit Jahrhunderten ranken sich Mythen und Geschichten um den knochigen Olivenbaum und seine schmackhaften Früchte. Schon die Römer, Griechen und Christen verbanden mit den Oliven Genuss, Lebensfreude und auch Gesundheit. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Immer noch gelten die Olive und ihr Öl als besonders wertvoll. Mit der Zeit ist eine regelrechte Olivenkultur entstanden. Kein anderes Nahrungsmittel verbindet kulinarische und gesundheitliche Aspekte so ideal wie das „grüne Gold“ des Mittelmeers.

Die Geschichte des Olivenanbaus lässt sich bis weit in die Antike zurückverfolgen. Schon die Hebräer, Ägypter, Griechen und Römer kannten den Ölbaum. Auf Kreta war die Olive bereits 6000 vor Christus eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Bei den Olympischen Spielen in Griechenland diente ein Olivenzweig als Zeichen des Sieges. Homer, der erste namentlich bekannte Dichter der griechischen Antike, berichtet von Kämpfern, die vor den Spielen eine spezielle Olivenöldiät erhielten. Sie bestand aus Speisen, die mit Olivenöl zubereitet wurden und zu denen man Olivenöl reichte.

Im alten Testament steht der Ölzweig bei der Arche Noah für Frieden. Bedeutung von Macht und Reichtum erlangte das Öl später, als es für die Salbung der Könige verwendet wurde. Auch der Ölbaum spielt in der griechischen Mythologie eine besondere Rolle. Zum Beispiel beim Wettstreit zwischen Athene und Poseidon um die Herrschaft bei der Gründung Attikas. Der Sage nach buhlten die Göttin Athene und der Meeresgott Poseidon um die Gunst der Bewohner des Ortes. Beide sollten den Einwohnern je ein Geschenk machen. Derjenige, der das schönste Geschenk machte, sollte zum Namenspatron auserkoren werden. Poseidon schenkte der Stadt einen Brunnen. Aus ihm sprudelte aber nur Salzwasser. Athene hingegen rammte ihre Lanze in die Erde und es wuchs ein Olivenbaum. Sie schenkte ihn dem Volk. Dieser spendete Nahrung, Olivenöl und Holz. Somit gewann Athene das Duell, und die Stadt wurde nach ihr benannt.

Im Mittelmeerraum gibt es die meisten Oliven

Herkunft der Olive

Wo die Olive wirklich herkommt, darüber streiten sich die Gelehrten noch. Manche meinen, sie stamme aus dem Zweistromland. Also aus der Gegend zwischen dem Iran und Syrien. Andere wiederum glauben sogar, sie käme aus Asien. Die meisten aber denken, die Olive stamme aus dem Mittelmeerraum. Also dem klassischen Gebiet, in dem auch heute die meisten Olivenbäume zu finden sind. Das sind rund 473 Millionen Olivenbäume.

Weltweit sind es etwa 750 Millionen. Die Europäische Union ist nicht nur der größte Olivenölproduzent, sondern auch der größte Verbraucher. Durch die steigende Nachfrage nach dem gesunden Olivenöl aus Nordeuropa und anderen Ländern wurde der Anbau von Olivenbäumen erheblich ausgeweitet. In vielen Regionen ist der Olivenbaum Grundlage der landwirtschaftlichen Betriebe. Olivenbäume wachsen aber mittlerweile auch in Japan, am Himalaja, im Süden der USA, in Lateinamerika und in Australien. Syrien, die Türkei und Tunesien sind die größten Olivenöl- und Olivenproduzenten außerhalb der Europäischen Union. Der Olivenanbau ist hier die Lebensgrundlage vieler Menschen.“

Während meinen Ausflügen auf der Insel sah ich immer wieder schwarze oder grüne Netze unter den Olivenbäumen. Ich wusste schon, dass man die Oliven um diese Jahreszeit erntet, indem man sie von den Bäumen schüttelt oder mit Stöcken oder besonderen Geräten abschlägt. Damit man sie nicht einzeln aufsammeln muss – dass wäre wohl sehr langwierig und auch mühselig – ist man irgendwann auf die Idee mit den Netzen gekommen. Wann das war, habe ich allerdings nicht recherchieren können.

 

image116 Hier sitzen die reifen Oliven noch an ihren Zweigen, image117 doch die Netze sind schon ausgelegt.

image118 Hier geht es ihnen mit Stöcken und Stangen an den Kragen image119 und hier liegen sie schon am Boden in den Netzen.

Die Oliven werden dann in Säcke gefüllt und auf Pick-Ups zu dem Ölmühlen gefahren. Ich habe noch nirgendwo so viel Pick-Ups wie auf Kreta gesehen, doch soll es hier ja auch die meisten Olivenbäume weltweit geben. Ich frage mich nur, wer sie gezählt hat und ob das pro qkm gilt oder für die ganze Insel? (In Italien, das viel größer ist als Kreta, habe ich auch schon sehr sehr viele Olivenbäume gesehen!) Aber, dass sie Auf Kreta schon vor 6.000 Jahren bekannt waren, habe ich mehrfach nachlesen können.

Was ich auch nicht ganz verstanden habe, ist die Frage der Ölmühlen. Werden die Oliven erst zerquetscht und dann (mit den Kernen) gemahlen, um das Öl zu bekommen? Da habe ich erst wieder Wikipedia konsultieren müssen:

„Die Oliven werden auf dem Boden der Ölmühle verteilt, wo sie durch motorbetriebene, kegelförmige Walzen zerkleinert werden. Die Dauer des Mahlprozesses richtet sich nach der Anzahl der Oliven einer Partie, dauert aber nie länger als sechs Minuten. Die so erzeugte Masse wird zwischen die Ölpresskörbe geschichtet, die übereinandergelagert werden und dann gepresst. In dieser Presse wird mittels hohen Druckes eine Flüssigkeit gewonnen, die aus einem Gemisch aus Öl und Wasser besteht. Dann lässt man die Flüssigkeit ruhen, bis sie sich in zwei Schichten trennt: Oben schwimmt das Öl und unten das Wasser aus der gepressten Olive. Traditionell wird im Kollergang, also mit großen Mühlsteinen, die gewährleisten, dass sich das Pressgut nicht erhitzt, ausgepresst.“

Nicht weit von Gortin liegt bei Festos der Palast von Phaistos, der zwischen 1.900 bis 1.700 vor Chr. errichtetund bewohnt gewesen sein soll. Er hat große Ähnlichkeiten mit dem Palast von Knossos, wenn auch längst nicht so prächtig anzusehn. image120 Wieder wurde ich von einer schönen Blume begrüßt, als ich auf dem Weg zum Phaistos-Palast war.

Hier sieht man keine restaurierten Gemälde, Säulen oder Räume mehr, sondern nur noch Ruinen, Ruinen und noch einmal Ruinen: image122 image124 image123 image121  Und immer wieder alte Fundamente , wie in einem Irrgarten, und die vielen Pithois.

image125 Die wussten schon, die alten Kreter, wo es sich gut residieren ließ.

Nun war ich schon ziemlich weit im Süden der Insel angelangt und wollte endlich auch mal das Lybische Meer sehen.

So kam ich nach Matala, wo ich erfuhr, dass dieses kleine Örtchen in den 1960er Jahren einmal eine Hochburg der Hippies war, die in den alten Römergräbern, die in die Wand eingehauen worden waren, kostenlos übernachtet haben. Heute muss man Eintritt zahlen, um diese Höhlengräber besichtigen zu können (was ich nicht getan habe).

Der Strand von Matala image126

image127 Die kretischen Römer haben hier Ihre Toten bestattet, und in den 60er Jahren wohnten darin Hippies! image128 In diesem Bus hat man wohl viel Love statt War gemacht. image129Dieser geschnitzte Baum ist sicherlich auch noch ein Relikt aus den 60er Jahren.

Nur wenige Kilometer nördlich von Matala liegt der Ort Kalamaki. image130 image131Genauso leer und im Wintertiefschlaf gelegen, wie Matala, auch wenn er nicht ganz so verlottert aussah.

Da es noch ein ganzes Stückchen Weges zurück nach Heraklion war, bin ich so gegen 3 Uhr zurückgefahren. Leider war keine besonders gute Sicht, denn sonst hätte diese Aussicht sicherlich als grandios gegolten: image132

Während ich hier meinen Tagesbericht schreibe (es ist inzwischen 19:30 Uhr) zuckte es plötzlich am Himmel und siehe da, es regnet draußen und offenbar haben wir ein kleines Gewitter. Zur Beruhigung muss ich jetzt erst einmal ein Schlückchen Rotwein trinken! Irgendwie scheint es draußen richtig zu schütten. Da trinke ich doch lieber noch ein Gläschen bevor ich um 8 Uhr in die Bodega gehe, die schräg gegenüber dem Hotel liegt und die ich gestern schon besuchen wollte, die aber erst um 20:00 Uhr wieder aufmacht.

Hier habe ich dann auch sehr leckere Büffelmozzarella mit Tomaten und image134 Penne mit Safran gegessen. Dazu einen köstlichen Rotwein.

Donnerstag, der 17. Januar 2013

Heute ist nun mein letzter Tag auf Kreta, denn morgen fliege ich wieder heim ins kalte Deutschland. Minus 8°! Brrrr, da fange ich ja jetzt schon an zu frieren.

Wie jeden Morgen galt auch heute mein erster Blick aus dem Fenster. Das ist wohl bei Reisenden so üblich, oder?

image135Das Wetter sieht ja ganz gut aus. Und was sehe ich da rechts im Hafen? image136Da ist neben den beiden Fähren ein weiteres großes Schiff hinzugekommen. Muss ich mir später einmal genauer ansehen.

Ich werde heute wohl nicht viel unternehmen, sondern nur ein drittes Mal versuchen, einige Fotos von den schönen Kirchen und Gebäuden von Heraklion zu machen, denn alle bisherigen Versuche sind ja irgendwie gescheitert.

Ich wohne jetzt schon 7 Tage im Lato Boutique Hotel (www.lato.gr) und habe mich immer gefragt, wieso es Lato heißt, bis ich gestern im Internet gelesen hatte, dass Lato oder Leto eine der vielen Geliebten des Göttervater Zeus war. Doch sie hatte keine sehr schöne Lebensgeschichte, wie ich dann bei Wikipedia nachlesen konnte:

„Leto (gr. Λητώ) ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, die Tochter der Titanen Koios und Phoibe. Leto wird eine Geliebte des Zeus. Dieser zeugte mit ihr die Zwillinge Artemis und Apollon. Die römische Göttin Latona wurde ihr später gleichgesetzt.

Die eifersüchtige Hera versuchte, ihre Niederkunft zu verhindern, denn Gaía, Héras Großmutter, hatte ihr vorhergesagt, dass die Kinder, die Zeus mit Leto haben sollte, größer und mächtiger werden würden als ihre eigenen. Also entsandte sie den Drachen Pýthon, der Leto verschlingen sollte. Doch Zeus verhinderte das. Daraufhin band Hera die Erde durch einen Eid, der schwangeren Leto keine Stätte zum Gebären zu gestatten, welche je von der Sonne beschienen wurde. Daraufhin ließ Poseidon die schwimmende Insel Delos aus dem Wasser auftauchen, wohin Hermes Leto auf Befehl von Zeus brachte.

 Der Latonabrunnen im Park des Schloss Versailles stellt die Verwandlung der Bauern in Frösche dar

Als nächstes setzte Hera die Eileithyia, die Göttin der Geburt, ihre Tochter, so unter Druck, dass diese Leto, die schon fast zu bersten drohte, nicht beizustehen wagte. Die anderen Götter standen aber auf Letos Seite, legten zusammen, kauften dem Himmel den Mond ab und übergaben ihn Hephaistos, damit er ihnen daraus das schönste Halsband schmiede. Mit diesem bestachen sie sodann Eileithyia, und so konnte Leto ihre Zwillinge endlich entbinden. Unter einer Palme gebar sie zuerst Artemis und dann mit deren Hilfe Apollon. Währenddessen lärmten rings um sie die Kureten mit ihren Waffen, so dass Hera Letos Schreie während der Wehen nicht hören konnte.

Auf der Flucht von Delos, wo Hera sie dann doch entdeckt hatte, verboten einige Bauern in Lykien Leto, aus dem See zu trinken. Sie wurden auf ihr Bitten von Zeus in Frösche verwandelt.

Dass Niobe sich gegenüber Leto brüstete, sie habe siebenmal so viele Söhne und Töchter, führte zum schrecklichen Ende der Niobiden.“

Also war es wieder einmal Hermes, der Götterbote, der etwas Gutes getan hatte und Leto auf die schwimmende Insel Delos brachte, damit sie gebären konnte. Das stimmte mich dann wieder ganz zufrieden.

Doch was Zeus so getrieben hat und wie viele Frauen er geschwängert hat – teilweise in toller Verkleidung – ist schon eine Aufzählung wert, die ich – natürlich – bei Wikipedia gefunden habe:

Kinder des Zeus [Bearbeiten]

Verheiratet war Zeus mit seiner Schwester Hera, mit der er mehrere Kinder, unter anderem Hephaistos, den Gott der Schmiedekunst, hatte. Aber er hatte auch viele Liebschaften, unter anderem mit der Göttin Leto, einer Tochter des Titanen Koios, die ihm Apollon, den Gott des Lichts und der Musik, und Artemis, heilbringende Göttin der Natur und der Jagd, gebar, oder Leda, von der er die Dioskuren Kastor (Castor) und Polydeukes (Pollux) bekam. Daneben war er auch Vater vieler Nymphen, Halbgöttinnen und Sterblicher. Diese Liebschaften waren nie von Dauer, vor allem wegen Heras maßloser Eifersucht. Um die Kinder, die aus diesen Seitensprüngen entstanden waren (unter anderem Herakles und die schöne Helena), kümmerte er sich aber. Die einzige Liebschaft von Dauer war wahrscheinlich die zum Königssohn Ganymed. Dieser war so schön, dass Zeus ihn in Gestalt eines Adlers auf den Olymp entführte. Dort diente er ihm als Mundschenk. Auch die Göttin Aphrodite soll nach Homer eine Tochter von Zeus und der Dione gewesen sein. Geläufiger ist jedoch die Version des Hesiod, nach der sie aus dem Schaum (daher ihr Name, von griech: aphros=Schaum) entstand, der sich um die abgeschnittenen Genitalien des Uranos im Meer vor Kythera gebildet hatte. Seine Lieblingstochter Athene, die Göttin der Weisheit, entsprang aus seinem Kopf, obwohl da möglicherweise von Hephaistos nachgeholfen wurde. Doch auch andere Götter stammen von ihm ab, wie Dionysos, der Gott des Weines, die Göttin Iris, die als Botschafterin die Kommunikation zwischen Menschen und Göttern sicherstellte, oder Hermes, der Götterbote.

Um Frauen zu verführen, nahm Zeus oft eine andere Gestalt an:

Partnerin Zeus als Kinder
Themis   die Moiren: Klotho, Lachesis, Atropos und die Horen: Eunomia, Dike, Eirene bzw. in anderer Tradition Auxo, Thallo, Karpo
Hera Kuckuck Hebe, Ilithyia, Arge. Gemäß Homer auch Hephaistos, gemäß Hesiod auch Ares
Aigina[11] Feuer Aiakos
Alkmene[12] Amphitryon Herakles
Ananke   Adrasteia, nach anderer Tradition auch die Moiren
Antiope[13] Satyr die Zwillinge Amphion und Zethos
Asteria[14] Adler  
Danaë[15] goldener Regen Perseus
Demeter   Persephone
Dione   Aphrodite
Elektra   Iasion, Dardanos, Harmonia
Elara   Tityos
Europa[16] Stier Minos, Sarpedon, Rhadamanthys
Eurynome   Die Chariten: Aglaia, Euphrosyne, Thalia und Asopos
Garamantis   Jarbas
Hora   Kolaxes
Hybris   Pan
Io[17]   Epaphos
Kallisto Artemis Arkas
Kalyke   Endymion
Karme   Britomartis
Lamia    
Leto   Artemis, Apollon
Leda Schwan die Dioskuren Kastor (Castor) und Polydeukes (Pollux)
Leda oder Nemesis Schwan Helena
Maia   Hermes
Metis   Athene
Mnemosyne[18] Hirte die Musen: Melete, Mneme, Aoide, Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope
Niobe   Argos
eine Nymphe   Megaros
Persephone[19] Schlange Zagreus
Pluto   Tantalos
Protogeneia   Aethlios
Semele[20]   Dionysos
Taygete   Lakedaimon
Thalia   die Palikoi

Wenn man das als Mann so liest, könnte man richtig neidisch werden…

Nach dem Frühstück begann ich dann meinen Spaziergang durch die Stadt, um sie mir zum letzten Mal anzusehen und Fotos zu machen, die bisher alle verschwunden sind.

Bis jetzt hat es geklappt: Ich habe nicht nur die Fotos machen können, sondern sie auch alle auf meinem Laptop gespeichert und hier sind sie:

Kleine Impressionen von der Stadt Heraklion:

image138 Hier habe ich gestern Abend gegessen und mich sehr wohlgefühlt image139      und das ist die kleine reizvolle Kirche gegenüber dem Restaurant, wo ich vorgestern zufrieden war, ohne begeistert zu sein.

Das hat El Greco nun davon, dass man ihm ein Denkmal errichtet hat. image140

image141 Das Rathaus mit vielen Touristen davor image142 Der Morozini-Brunnen              image143Die St. Marcus-Kirche von der Nordseite  Tauben vor der St. Marcus-Kirche.image144 Die wollen nicht beten, sondern Futter!

image145St. Marcus von der Westseite

Mit viel List und Tücke ist es dem Künstler (oben rechts: das bin ich!) image146  gelungen, die Deckengemälde zu fotografieren. image147Diese Ikone ist nur eine von vielen.

image148 Die kleine aber hübsche St. Matthäus-Kirche.

image149 Kann man so den Opel-Zustand symbolisieren?

image150Überall kleine Marktstände von fliegenden Händlern.                                                                   image151 Und so sollten Tomaten aussehen, die auch schmecken!

image152 Leute kauft Taschen! image153 und Schwämme zum Baden

image154Erneut der Morozini-Brunnen image155 und gleich daneben erneut das Rathaus oder auch Loggia genannt

image156 Die Titus-Kirche (gestern habe ich die Reste der Titus-Basilika in Gortis besucht) image157 und so schaut sie von Innen aus.

Heraklion hat, wie alle Orte, die ich gesehen habe, nur noch primitive Betonhäuser, die einfach und billig gebaut worden sind und keinerlei Charakter aufweisen. Sie sind alle gesichtslos um nicht zu sagen: hässlich! Doch das kenne ich schon von Italien und auch von Sizilien (was ja auch zu Italien gehört).

image158 image159 Die schönen historischen und charaktervollen Häuser verfallen und sind dem Untergang preisgegeben

image160 Das gilt natürlich nicht für Bankgebäude, doch die müssen jetzt ja auch mit Milliarden € gerettet werden, denn sie sind ja “systemrelevant“!

image162 Das dürfte auch für dieses Gebäude gelten,

image163 nicht jedoch für dieses: Fish Spa. Grandiose Idee!

image164 Diese Vase, Amphore oder dieser Krug hätte mir als Souvenir schon gefallen!

image165 Hier habe ich vorgestern einfach aber gut gegessen (den Namen kann ich weder lesen noch aussprechen!)

Dieses Haus gehört bestimmt keiner Bank. image166 Aber vielleicht dieses Haus? image167

 

Diese Fischer müssen „Direktvertrieb“ machen.image168

image169 Im Hafen ist nach der Arbeit auch immer vor der Arbeit.

image170 Etwas bewegter war das Meer heute schon.

 Ich konnte es kaum glauben: Sie ist es wirklich, die „Queen Mary 2“. image172 Sie also hat die vielen englischsprachigen Touristen ausgespuckt. Sie ist schon königlich anzusehen, wie sie da so majestätisch liegt, doch ob ich mich da mit den Menschen, die ich in der Stadt gesehen habe, wohlfühlen würde? Ich weiß es nicht. Muss es also doch mal ausprobieren.

image175 image176  Wäre doch mal ne Anregung als Marketingidee für die Hafenverwaltung, einen Graffiti-Künstlerwettbewerb zu veranstalten, die mindestens 2 km lange Hafenmauer mit solchen schönen Bildern zu gestalten…

image177 …als mit solchen „Fuck“-Schmierereien.

image178 Der venezianische Löwe am  „Koulas“ wacht über alles im Hafen

image179 Nicht nur über die großen, sondern auch über die kleinen Schiffe und über den alten Lagerhäusernimage180 image181 image182 liegt „mein“ Hotel Lato

 

image183 Zum Schluss noch ein Blick auf den kräftigen Schlepper „Minotaurus“, bevor ich dann in das mir empfohlene Fischrestaurant image184 „Istionplaikas“ gehe, das ich bisher immer nur verschlossen vorfand, weil es nur tagsüber geöffnet hat.

 Sehr einfach eingerichtetes Lokal, in dem man sich den Fisch selbst aussuchen kann. image185 Der Chef – sieht aus wie Anthony Quinn im Film „Zorba the Grek“ – zeigt ihn mir, als er ihn aus dem Eisfach des Kühlschranks nimmt, und fragt, ob der o.k. ist. Und der war o.k! image186 Hat einfach köstlich geschmeckt. Dazu gab es ein Zitronen-Öl auf das ich besonders aufmerksam gemacht wurde, und das war gut so, denn normalerweise mag ich keine Zitrone auf meinem Fisch. Doch das war einfach köstlich!Es war ein Lavrakis (musste mir der Kellner auf einen Zettel schreiben, was ich natürlich nicht lesen konnte, sodass ich in in normaler Schrift vom Rezeptionisten übersetzen ließ. Dann habe ich im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es ein Wolfsbarsch war, oder im Französichen auch „Loup de Mer“ genannt und somit allen Gourmets ein echter Begriff (bin ich damit jetzt als Gourmet geadelt?).

 image187 Der Chef (im Hintergrund mit dem Rücken zu Wand sah aus, wie „ Alexis Sorbas“ aus dem Film „Zorba the Grek“ mit Anthony Quinn.

 Und hinterher gibt’s immer – in jedem Lokal – ein Dessert image188

image189 und eine Minikaraffe mit Raki! Daran sollte sich Dieter von unserem Griechen in Rendsburg mal ein Beispiel in seinem griechischen Lokal nehmen (werde ich ihm auch sagen!).

Einige Erläuterungen zu Raki aus Wikipedia:

Tsikoudia (griechisch τσικουδιά), auch bekannt als Rakí (griechisch ρακή/ρακί), ist die kretische Variante des im restlichen Griechenland als Tsipouro bekannten Tresterbrands und gilt als etwas stärker als dieser. Rakí wird aus den Resten der Maische bei der Weinherstellung destilliert, ist klar und enthält zwischen 30 und 40 Volumenprozent Alkohol.

Rakí wird im Herbst nach der Weinlese- und kelterei in Kupferkesseln aus Trester – den Pressrückständen der Weintrauben – destilliert. Um ein „Anbrennen“ der Maische zu vermeiden, wird der Kesselboden oft mit Olivenholzzweigen ausgelegt. Die kommerziellen Brenner arbeiten in dieser Jahreszeit fast rund um die Uhr, um die große Menge von angebrachtem Trester zu verarbeiten.

Im Gegensatz zum türkischen Rakı enthält der kretische Rakí keinen Anis und unterscheidet sich auch hinsichtlich der Grundstoffe von diesem.

Rakí wird unverdünnt getrunken, er ist das auf Kreta unvermeidliche Getränk, das zu jeder Begrüßung, jedem Abschied und nach dem Essen angeboten wird. Er wird häufig schwarz gebrannt und mehr oder minder „unter der Ladentheke“ in zweckentfremdeten Wasserflaschen oder Kanistern ohne Etikett verkauft. Qualität und Geschmack können sehr variieren, einen „guten“ Rakí anbieten zu können oder angeboten zu bekommen ist eine Ehre. Geschmacklich ist guter Tsikoudia am ehesten mit dem italienischen Grappa vergleichbar. Durch Lizenz-Beschränkung von staatlicher Seite gibt es nur relativ wenige Familienbetriebe auf Kreta, die legal Rakí brennen dürfen.“

Da ich ja nun zu Mittag gegessen hatte, mit einem halben Liter Weißwein (nicht zu vergessen), habe ich dann erst einmal mein Nachmittagsschläfchen bis gegen 5 Uhr gehalten, und jetzt sitze ich seit dieser Zeit bei Rotwein und Kartoffelchips und schreibe und schreibe. Habe aber keine Ahnung, warum die Zeilen plötzlich verrücken und nicht mehr in der Größe erscheinen, die ich eingegeben habe. Kann doch nicht etwa am Rotwein liegen?

Gegen halb 6 legte die Queen Mary 2 ab und ich habe auf vielfältige Weise versucht, das im Bild festzuhalten. Das war gar nicht so einfach, denn ich habe natürlich kein Stativ bei mir (und alt und zittrig bin ich ja sowieso).

 Wie hätten Sie es lieber: Leicht verschwommen… image190 image191 …oder künstlerisch gestaltet?

Liegt nicht am Rotwein! image192 Rechts der Rest von vorgestern, links die neue von Lidl.

So, jetzt ist es erst halb 9 Uhr abends und normale Kreter gehen jetzt frühestens zum Essen. Ich werde wohl wieder ins Bett gehen und die letzte Nacht schlafen (alleine) nicht wie Zeus mit laufend wechselnden Genossinnen (aber ich bin ja auch nicht Zeus! oder aber auch Herakles), wie ich bei Wikipedia gelesen habe:

„Auf dem Kithäron, an welchem die Herden des Amphitryon und des Thespios weideten, hauste ein Löwe, den Herakles zu bekämpfen unternahm. Thespios gab dem jungen Helden hierfür 50 Tage hindurch jede Nacht je eine seiner 50 Töchter zur Umarmung, von denen darauf 50 Söhne geboren wurden. Nach langem Kampf erlegte sodann Herakles den Löwen und trug seitdem dessen Haut statt seines gewöhnlichen Gewandes, hinzu kam später noch die einem Ölbaum bei Nemea entnommene Keule. Sein römischer Beiname Claviger lässt sich aus dieser Episode ableiten.“.

Nur kein Neid. Doch jetzt: Gute Nacht!

Freitag, der 18. Januar 2013

Heute ist Abreisetag!

 Noch schien die Sonne, als ich um viertel vor 8 Uhr aufgestanden bin. Doch ein wenig später war sie schon eingetrübt.  image193 Da fällt das Abschiednehmen dann nicht ganz so schlimm aus. Mein Flieger geht um 13:20 und fliegt zunächst nach Athen, so dass ich später sagen kann: Ich war schon mal in Athen! (Doch davon habe ich nichts gesehn!) Außer vielleicht aus der Luft, wenn ich einen Fensterplatz bekomme.

Am Flughafen waren es noch 22° image194  image195 Das ist mein (unser) Flieger

image196 image197 Letzter Blick auf Kreta…                                                                          image198  …und dann heben wir ab.

Wie man sieht bekam ich einen Fensterplatz, doch sehr viel sehen konnte ich nicht, denn es wurde bewölkt und recht stürmisch, wodurch das Flugzeug beim Aufsteigen von Heraklion und beim Landeanflug in Athen recht wackelig wurde.

image201 image202 Das ist alles, was ich von Athen gesehen habe! image204  Und schon geht’s weiter über Thessaloniki nach Stuttgart (Da wir umsteigen mussten, kann ich zumindest sagen: Ich war in Athen!)

Nach der Zwischenlandung konnte ich an Bord bleiben, doch auch der Flug nach Stuttgart war bis auf den letzten Platz gefüllt, was ich sicherlich nicht erwartet hatte.

Erwartet hatte ich sicherlich auch nicht, dass wir beim Aussteigen in Stuttgart alle unsere Ausweise vorzeigen mussten, die teilweise mit der Lupe inspiziert wurden. Und schon gar nicht hatte ich erwartet, dass unsere Lufthansa-Maschine von Hamburg leer nach Stuttgart geflogen war, weil in Hamburg die Sicherheitsleute streikten! Da kommt man aus dem streikgewohnten Griechenland und erlebt einen Streik in Deutschland. Armes Deutschland! Kann ich da nur sagen. Und damit endete meine Reise, denn von Hamburg bin ich wieder gut mit dem Kilius-Bus bis Neumünster und von dort mit dem wartenden Taxi bis vor meine Haustür gekommen, wo ich kurz vor halb 12 Uhr angekommen bin.

Fazit:

Es war eine tolle Reise, doch wenn ich geglaubt hätte, in einer Woche die Insel kennenzulernen, dann habe ich mich schwer getäuscht. Nicht nur, dass ich – durch den Verlust vieler Bilder – manches zweimal besucht habe, so habe ich höchstens 1/10 der Insel bereist. Es wird wohl so sein, dass ich nicht zum ersten und letzten Mal auf Kreta gewesen bin.

Die Insel hat mich zu einem begeisterten Anhänger der griechischen Mythologie gemacht, denn die ist wirklich phantastisch und hochinteressant zu verfolgen. Daher auch die vielen Zitate aus Wikipedia. Interessant sind jedoch auch die zahlreichen Ruinen aus der Zeit Königs Minos. Da ich allerdings kein Archäologe bin, genügte es mir, sie zu besuchen und zu betrachten und zu bewundern.

Faszinierend empfand ich die Landschaft, selbst – oder gerade im Winter – denn das blaue Meer und im Hintergrund die schneebedeckten Berge waren schon eine Augenweide, die man nur im Winter erleben kann.

Nicht gefallen hat mir, dass die schönen historischen Gebäude allesamt verfallen – außer den Bankgebäuden – denn die normalen Häuser sind alle nur hingeklotzte Betonbauten ohne Stil und Charakter.

Faszinierend sind auch die Orangen- und Zitronenbäume, die im Winter herrliche Farbklekse in die sonst eher farblose Landschaft zaubern. Und natürlich die Millionen Olivenbäume, die die Insel prägen und viel mit der Historie, Kultur und Lebensweise zu tun haben.

Es ist schon eine tolle Insel, die es zu besuchen lohnt und zwar nicht nur im Sommer zum Baden!

Ihr Single-Reisender

Jens Diekmann

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