Südschweden im Herbst 2018

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Donnerstag, der 18. 10. 2018

Eigentlich hatte ich ja beabsichtigt, einige Tage auf die dänische Insel Bornholm zu fahren, denn dies ist eine der wenigen Ostseeinseln, die ich noch nicht kenne. Doch wie das nun mal so ist: Übers Internet konnte ich keine Fähre buchen, weder von Saßnitz noch von Ystad. Also dachte ich mir: Vielleicht hast du Glück, direkt vor Ort in Ystad eine zu bekommen. Also fuhr ich erst einmal los.  DSC02978 Bei strahlend blauem Himmel holte ich mir zunächst meine Oberhemden aus der Wäscherei ab, nachdem ich kurz vorher meinen Arzttermin erledigt hatte.

DSC02982 Über die B77 fuhr ich zunächst an Schleswig vorbei bis Flensburg und dann über die dänische Grenze bei Padborg nach Jütland. DSC02983 Schon hier erfreute ich mich an dem schönen Herbstlaub, obgleich es aus einem fahrenden Auto aufgenommen Bild nicht so richtig gut rüberkommt.

Da ich nicht zu spät in Ystad eintreffen wollte, benutzte ich, ganz gegen meine sonstige Gewohnheit, doch die Autobahn, denn sonst wäre ich sicherlich erst in der Dunkelheit angekommen.

DSC02990So gelangte ich kurze Zeit später auf die Brücke über den Großen Belt, die immerhin 18 km lang DSC02992ist und für die Überfahrt 240 DKR  verlangt werden, was 32,17 € entspricht.

Während die Autobahn von Kopenhagen auf der Gegenseite rappelvoll war (Feierabendverkehr), kam ich staufrei zur Öresund-Überfahrt, die sich aus einem langen Tunnel und einer Brücke zusammensetzt und insgesamt 8 km lang ist. Die Überfahrt kostet ca. 59 €.

An Malmö vorbei geht die Fahrt dann an die Südspitze Schwedens nach Ystad, wo ich im ehemaligen Romantik Hotel „Continental“ übernachtet habe.DSC03044 DSC03045

Am Abend habe ich dann im Restaurant des Hotels ganz gut gegessen.  DSC03047Das war ein Schwedentoast mit meinen geliebten Krabben (die allerdings etwas zäh waren), wobei der Toast auf den Krabben lag und mit Lachskaviar garniert war. Der Aufenthalt war insgesamt nicht ganz billig, denn mit Übernachtung, Essen und Trinken habe ich 2.287,00 Schwedische Kronen oder 220,35 € bezahlt.

Freitag, der 19. 10. 2018

 Der morgentliche Blick aus meinem Fenster. Und so sieht das „Continental“ am Morgen aus:

Da ich noch nie in Ystad war, habe ich noch einen kleinen Stadtbummel gemacht und mir dabei auch die schöne St. Marien-Kirche angesehen.  

Während die Rezeptionistin schon gestern Abend erfolglos versucht hatte, ein Ticket für die Fähre nach Bornholm zu buchen, versuchte ich es heute Morgen direkt am Terminal, doch der war noch geschlossen (was mich doch etwas gewundert hat)!

Doch flexibel wie ich nun mal bin, habe ich gedacht, wenn nicht Bornholm, dann fahre ich halt nach Öland, (wo ich auch schon sehr lange nicht mehr gewesen bin). Doch statt die direkte Route nach Kalmar zu nehmen, die meistens autobahnähnlich ausgebaut ist, nutzte ich kleinere Nebenstraßen und so machte ich schon den ersten Fotostop kurz hinter Ystad an einem Campingplatz, der direkt an der Ostsee lag.

Das goldene Herbstlaub ließ mich immer wieder zu Jubelausrufen wie „Mein Gott ist das schön!“ oder „Wunderschön“ verleiten. Es war einfach herrlich, durch diese wunderschöne Natur bei srahlendem Sonnenschein zu reisen.

Auch Öland ist durch eine lange Brücke mit dem Festland verbunden (die allerdings nichts kostet) und so sah ich bald die ersten Windmühlen auf Öland, für die die insel so berühmt ist.

Eigentlich hatte ich ja geplant, in Halltorps Gästgiverie zu übernachten, weil das auch ein ehemaliges Romantik Hotel ist. Doch es hatte leider geschlossen, da es offenbar total umgebaut und renoviert wird. Also fur ich wieder nach Borgholm, um mir dort ein Hotel zu suchen, was allerdings nicht besonders erfolgreich war, weil mir das eine oder andere nicht gefiel, bzw. ich den verlangten Preis nicht bezahlen wollte. Also fuhr ich wieder gen Süden, um mir zumindestens die königliche Sommerresidenz Solliden anzusehen.  Doch wie das Leben so spielt: dort war die Saison schon vorbei und das Schloss nicht mehr zu besichtigen. Also blieb mir nur noch, ein schnelles Bild vom Schloss Borgholm zu machen, das 1654 gebaut wurde, doch durch einen Brand im Jahre 1806 bis auf die Grundmauern zerstört wurde und heute nur noch eine Ruine ist. Doch auch hier war die Saison bereits vorbei und man (ich) konnte es nicht mehr besichtigen.

Also machte ich einen Abstecher auf die östlich Seite von Öland und kam an dem Museumsgehöft Himmelsberga vorbei, das auch schon geschlossen hatte.

Doch da die schönen Windmühlen keine Öffnungsszeiten haben, sondern einfach nur dastehen und die Landschaft bereichern, konnte ich mir wenigstens diese ansehen:  Manche stehen ga nz alleine da, während woanders gleich zwei oder mehrere zu bewundern sind.

Da ich auf Öland offensichtlich Pech mit einem Übernachtungswünschen hatte, beschloss ich, nach Kalmar zu fahren (wo es auch ein ehemaliges Romantik Hotel gibt, das Slotshotel, doch das war bei Booking.com bereits ausgebucht). So fand ich dann eine Bleibe im „Calmar Stadshotel“ für 995 Skr pus 195 Skr für die Garage.  Hier war man der Zeit schon kräftig voraus, denn man hatte in derLobby schon einen Weihnachtsbaum aufgestellt:  

Das Zimmer war allerdings eher als bescheiden anzusehen:  Das nennt man  dann „The Art of Hotel Living“! (Nun, da muss ich ja noch viel lernen!!!)

Auf dem Markt vor dem Hotel fand gerade ein Food-Festival – mit Ständen auch aller Herren Länder – statt (darunter ein Stand aus Deutschland mit französischem Käse!).

Schön anzusehen war der Dom, den ich allerdings nicht mehr besichtigen konnte.

Dem Hotel genau gegenüber auf der andceren Seite des Marktes sah ich einen kleinen Sushi-Laden, der mich reizte. Doch es war nur ein Imbiss bei dem die meisten Gäste sich nur Sushi-Mahlzeiten zum Take Away holten. Ich habe dort trotzdem ein kleines Menu bestellt, wobei ich den Reis viel zu weich empfand und ich die Sushis auch nicht mit den Fingern so richtig fassen konnte, da sie auseinanderfielen. (Mit Stäbchen, die ich sowieso nicht beherrsche, hätte ich es nie geschafft, sie in den Mund zu bekommen!)

Ich bummelte noch ein wenig durch die Fußgängerzone un dah dort ein vietnamesisches Restaurant, in das ich dann noch gegangen bin, denn hier konnte ich auch Wein zum Sushi bestellen.

Samstag, den 20. 10. 2018

Da ich mir bei früheren Besuchen Kalmars nie das Schloss angesehen hatte, wollte ich mir es zumindest diesmal  ansehen.

Hierzu Näheres: Schloss Kalmar in der schwedischen Stadt Kalmar ist einer der besterhaltenen Renaissanceschlösser in Nordeuropa. Durch seine Lage an der einstigen Grenze zu Dänemark spielte die einstige Burg eine wichtige Rolle in der schwedischen Geschichte. Das Schloss steht auf einer kleinen Halbinsel an der Ostseeküste und ist durch einen Burggraben von Festland getrennt. Es ist seit 1935 als Byggnadsminne eingestuft.

Das Schloss geht zurück auf einen 1180 unter der Regierung von Knut Eriksson erbauten Verteidigungsturm (Kastal) zum Schutz gegen Piraten und andere Feinde, die von der See her die Stadt bedrohten. Magnus Ladulås ließ Ende des 13. Jahrhunderts eine Ringmauer samt vier Türmen um den eigentlichen Verteidigungsturm errichten.

Das Schloss war der erste Aufenthaltsort Gustav Wasas in Schweden nach seiner Flucht aus dänischer Gefangenschaft. Deswegen findet man im Schloss einen Brunnen, der nach ihm benannt ist, und ein Monument zu seinen Ehren. Gustav und seine Söhne ließen das Schloss weiter ausbauen. Gustav selbst ließ es durch einen Stein- und Erdwall ergänzen, der als Verteidigung gegen die neu aufkommende Artillerie gedacht war. Die Söhne Erik XIV. und Johann III. legten mehr Augenmerk auf die künstlerische Ausstattung des Schlosses. Für die Inneneinrichtung des Bauwerkes verpflichteten sie ausländische Architekten und Künstler.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts begann eine lange Zeit des Verfalls. Die Festung, welche unter den vorangegangenen 395 Jahren 22-mal belagert wurde, aber nie erstürmt werden konnte, wurde zum Gefängnis, Getreidespeicher und zur königlichen Schnapsbrennerei degradiert. Große Teile der alten Einrichtung wurden zerstört, und es gab sogar Vorschläge, das Schloss abzureißen. In den 1850er Jahren begann man mit Rekonstruktionsarbeiten, die zwischen 1920 und 1940 intensiviert wurden. Wegen der wirtschaftlichen Lasten des Zweiten Weltkrieges mussten diese Arbeiten allerdings vorzeitig eingestellt wurden. Die Wiederherstellung des Äußern konnte damit zwar abgeschlossen werden, doch im Innern sind nur wenige Räume wieder vollumfänglich hergestellt, zahlreiche andere blieben bis zum heutigen Tag weitgehend leer.

Die Kapelle der Burg wird heute gerne für Hochzeiten genutzt.  Wikipedia

Auch ein Blick vom Schoss übers Wasser nach Kalmar ist recht schön.

Auf der Weiterfahrt durch das schöne Schonen (Skane) konnte ich wieder das herrliche Herbstlaub bewundern und schöne Fotos machen,

die ich z. T. auch per WhatsApp an die Familie schickte.

Schöne Kirchen habe ich natürlich auch gesehen, doch wenn ich eine besichtigen wollte, war sie geschlossen.

Da ich vorhatte, nach Toftaholm ins ehemalige Romantik Hotel zu fahren, gab ich Toftaholm in mein Navi ein, doch – o Schreck! – ich landete in einem gleichnamigen Ort etwa 170 km südlich. Zunächst beschloss ich, zum richtigen Toftaholm Herrgard zu fahren, doch das hätte mich mindestens noch 2 Autostunden gekostet. Als ich dann ich Höör einen Gästgifwaregard sah, fuhr ich zunächst weiter, machte dann aber einen U-turn und fuhr zu diesem Hotel.

Es war ein sehr schönes Hotel mit einem tollen (nicht ganz billigem) Zimmer (1.450 Skr = 139,47 €).

Da im Restaurant heute eine „Oktoberfest“ Veranstaltung war, worauf ich nur gar keine Lust hatte, begab ich mich (nachdem ich mir vorher die schöne Kirche

– allerdings nur von außen, da auch sie schon geschlossen hatte – angesehen hatte), in die Hotelbar. Man gut, dass ich schon so gegen halb 6 dort einen Tisch eingenommen hatte, denn danach strömten die Menschen nur so hinein, so dass ich gar keinen Platz mehr bekommen hätte, um zu essen.  So aber bekam ich zunächst mein Guinness und danach gebackene Seezungenfilets, die sehr lecker waren. Dazu ein Glas Weiß- und danach Rotwein (als Schlummertrunk, den ich mit aufs Zimmer  nahm).

Es lag bestimmt nicht am schönen Zimmer oder dem Schlummertrunk, dass ich so schlecht geschlafen hatte, denn normalerweise wache ich nur alle 2 – 3 Stunden auf, um mich zu erleichtern, doch in dieser Nacht war es mindestens jede Stunde!

Sonntag, der 21. 10. 2018

Am Morgen herrsche dickster Nebel über Höör und man konnte überhaupt nichts sehen. Doch nach dem Frühstück lichtete es sich langsam und so konnte ich erneut die wunderschöne Herbstlandschaft genießen.

Teilweise lagen noch letzte Nebelschwaden über dem Land, was die Faszination noch steigerte.

Und so gelangte ich ohne behindernder Nebelbänke nach Helsingborg zur Fähre, um zurück nach Dänemark zu gelangen.

Es dauert nie lange, bis die Fähre ablegt, doch ohne meinen geliebten Krabbensandwich geht gar nichts.

 Wie immer fasziniert das „Hamlet“-Schloss in Helsingör, das die Gäste aus Schweden begrüßt.

Eigentlich hätte ich bis auf die Insel Römö fahren wollen, um von dort die Fähre nach Sylt zu nehmen, doch als ich mit meinen Freunden telefonierte, sagten sie mir, dass sie erst ab Montag auf der Insel sein werden.

Die Brücke über den Großen Belt lag teilweise schon im Nebel. Im Süden war noch Sonnenschein, doch im Norden zogen dichte Wolken auf. Also beschloss ich, nach Haue zu fahren, zumal es auf der Insel Fünen schon leicht zu nieseln anfing. Zunächts fuhr ich weiter auf der Autobahn, später bog ich bei Christiansfeld auf die Landstraße ab, doch dann wieder auf die Autobahn bis Schleswig, wo ich die B 77 bis nach Hause nahm.

Das war nun meine Bornholm-Reise, die zu einer schönen Schonen-Reise wurde.

Bis zur nächsten Reise.

Ihr Single-Reisender Jens Diekmann

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